Hervorgehoben

Die Vorbereitungen gehen los

Wir haben großes Glück. Seit einigen Monaten ist klar, dass wir für 6 Monate die Welt bereisen werden. Im November geht es los. Gedanklich waren wir zwar bereits in Süd- und Mittelamerika, Hawai und Samoa, haben uns jetzt aber für Südostasien und Ozeanien als Reiseziele entschieden. Weniger ist mehr und zu viel Fliegen in diesen Zeiten doof.

Der Flug nach Bangkok ist herausgesucht aber noch nicht nicht gebucht. Termine für die Beantragung eines neuen Reisepasses und des internationalen Führescheins sind gemacht. Und vor allem: Geld ist gespart. Ob es ausreicht, werden wir sehen.

Oyster Bay Lodge

Heute ist der 4. Januar – höchstwahrscheinlich wird dies mein letzter Blogbeitrag. Wir sind in unserer letzten Unterkunft, der Oyster Bay Lodge – wenige Kilometer von Cape St. Francis entfernt – vor drei Tagen abgestiegen. Eigentlich hatten wir uns in ein Ressort in St Francis eingebucht, das hat uns aber gar nicht gefallen. Vor unserem Terassenfenster (=Schlafzimmerfenster) liefen die ganze Zeit Leute vorbei, vor der Eingangstür war eine Baustelle und vor allem war das Ressort gesteckt voll. Unsere Reiseagentur hat schnell reagiert und uns nun hier untergebracht. Und das ist für uns ein totaler Glücksgriff. Die Lodge hat 4 Cottages und 8 Gästezimmer, es ist total entlegen und nur per Schotterpiste erreichbar. Hier gibt es einen Privatstrand und eine Reihe weiterer Aktivitäten, die man buchen kann. Davon später mehr. Derzeit sitze ich auf unserer Terasse und höre das Meeresrauschen. Einfach nur schön.

Mit dem letzten Blogbeitrag hatte ich technische Schwierigkeiten. Ich habe leider die 3 GB Speicherplatz erreicht, die ich für einen kostenfreien WordPress Account max. zur Verfügung habe. Daher musste ich etliche ungenutzte Fotos löschen um etwas Platz zu schaffen. Auch daher wird dies wohl der letzte Eintrag.

Das Glück der Reisenden ist uns nicht nur wegen der Oyster Bay Lodge weiterhin hold. Deutschland hat heute Südafrika von der Liste der Virusvariantengebiete gestrichen. Das bedeutet, dass wir zu Hause nicht in Quarantäne müssen. Das ist mega! Vor den 14 Tagen gefangen in unseren vier Wänden hat mir schon ganz schön gegraut. Und zusätzlich haben wir Termine für die Booster-Impfungen Mitte Januar. Läuft 🙂 Danke, Martin !!!!

Wir haben am Anreisetag zunächst einmal den Strand erkundet. Das Wasser ist natürlich auch hier megakalt. Chrischi hat sich davon nicht abschrecken lassen. Ich war nicht ganz so unerschrocken und habe lieber Fotos von seinem Geplansche gemacht.

Die Lodge bietet Abendessen an, da wir aber im Cottage eine Küche haben und auch ein „Braai“ zur Verfügung steht, entscheiden wir von Tag zu Tag wo und was wir essen. Das Essen in der Lodge ist aber super, bisher hat alles sehr gut geschmeckt.

Vorgestern hatten wir Premiere und sind das erste Mal zum Geocaching aufgebrochen. Es gibt einen Geocache auf dem Areal und wir dachten, es macht bestimmt Spaß die Suche mit dem Erkunden des riesigen Grundstücks zu verbinden. Leider haben wir den Cache nicht gefunden. Es stellte sich aber später heraus, dass der bei Arbeiten im Unterholz entfernt worden ist – daher hatten wir gar keine Chance. Von der höchsten Düne der Lodge ging es dann zum Strand und ab ins Wasser. Gestern schien die Sonne, da hatte ich keine Ausreden mehr.

Gestern war Sporttag. Ich habe mich nach dem Frühstück auf den Pferderücken geschwungen und habe mit einem Guide einen Ausritt gemacht. Beim Leichttraben tat mir mein Pferd Sambuca schon sehr leid. Ich bin völlig aus der Übung. Die Pferde der Lodge sind übrigens alle nach Alkoholsorten benannt 🙂

Chrischi hatte sich zu einem Tauchgang in St Francis angemeldet. Mit einem Miniboot mit drei Mann (Skipper, Tauchlehrer, Chrischi) ging es raus. Der Wellengang war heftig. Gemeinsam haben sie 2 Tauchgänge absolviert.

Vorhin waren wir im Nachbarort „Humansdorp“ um Fleisch für unser letztes Abendessen dieser Reise einzukaufen. Heute Abend wird der „Braai“ genutzt. Wir haben auch genügend Holz um nach dem Grillen ein ordentliches Feuerchen zu machen.

Gerade habe ich schon mal das meiste Zeug gepackt. Wir wollen morgen um 8 Uhr aufbrechen um rechtzeitig am Flughafen von Port Elizabeth zu sein. Von dort geht es zunächst nach „Jo-Burg“ und am frühen Abend weiter nach Frankfurt. In München landen wir um 8 Uhr am Donnerstag. Dann sind die 180 Tage – namensgebend für diesen Blog – tatsächlich um. Unsere ursprünglichen Pläne waren so ganz anders als das, was wir tatsächlich unternommen haben. Rückblickend hat sich aber alles zum Positiven gewendet und wir möchten weder Griechenland im letzten Jahr, unsere Campingtour von diesem Jahr und natürlich die Reise durch das südliche Afrika missen.

Braai oder der Grillator ist zurück

Unsere Unterkunft „De Zalze Wine Estate“ hat neben Gästebeherbergung noch einen Golfplatz und selbstverständlich wird Wein produziert. Wir haben gelernt, dass eine Winery Trauben auch verkaufen und vor allem ankaufen kann für die Weinerzeugung. Dagegen produziert ein Wine Estate den Wein zu 100% aus selbstangebauten Trauben. Zunächst ging nicht viel davon, da seit Sonntag 20 Uhr (wir waren gerade fertig mit Kochen/Essen/Abwaschen – Gott sei Dank) kein Strom mehr vorhanden war. Am nächsten Morgen ging es erst einmal so weiter. Nur an der Rezeption war Strom – ansonsten nada.

Am Montag war das Wetter semi-gut. Es war etwas wolkenverhangen und am Morgen hat es auch mal geregnet. Wir sind nach Stellenbosch ins Zentrum gefahren. Der Ort ist ganz hübsch, es gibt einige nette Häuschen im Holländischem Stil und sogar ein richtiges Ortszentrum mit einigen Geschäften. Da der 2. Weihnachtstag auf einen Sonntag gefallen ist, war daher am Montag auch noch mal Feiertag um das auszugleichen. Somit war vieles geschlossen. Für den Folgetag hatten wir eine geführte Weintour gebucht, daher wollten wir am Montag eigentlich etwas anderes unternehmen. Nur leider war alles andere zu. Daher waren wir quasi gezwungen bereits am Montag mit einer kleinen Weinverkostung anfangen. Da kann man nichts machen. 😜

Das erste Weingut, was wir angesteuert haben hieß Delaire Graff Estate. Das war sehr, sehr schnieke. Aber man ließ uns leider den Wein nicht auf der Terasse trinken. Daher sind wir wieder gefahren. Etwas weiter auf dem Weg in die Hügel und Berge um Stellenbosch lag das Boschendal Wine Estate. Hier konnte man sich schön im Außenbereich hinsetzen. Es gab noch eine Metzgerei und weitere Souvenirshops sowie ein kleines Kunstmuseum auf dem Areal. Wir sind dann weiter gefahren, haben aber die Finger von weiterem Wein gelassen da wir auf unserem „eigenen“ Estate einen Gutschein zur Weinverkostung hatten. Den wollten wir am Nachmittag einlösen.

Als wir zurück zur „De Zalze“ kamen, gab es immer noch keinen Strom. Aber es gab Wein und man konnte uns auch ein Häppchen zu Essen herbeizaubern (Käse- bzw. Wurstplatte mit Brot). Das Wetter wurde immer besser und es ging dann noch einmal in Pool. Nun war auch der Strom zurück. Puh. Wenn alles so hübsch um einem herum ist, die Gärten tipptopp im Schuß sind, dann ist so ein Stromausfall interessanterweise nerviger als z.B. in Nepal. Da rechnet man damit.

Am nächsten Morgen um 9:30 Uhr wurden wir zur gebuchten Weintour abgeholt. Wir empfanden die Uhrzeit als recht früh um gleich mit Alkohol loszulegen. Es war noch ein weiteres Paar mit dabei, ein Ehepaar aus Kalifornien, die aber in Südafrika wohnen und arbeiten.

Als kulinarische Begleitung zur ersten Verkostung gab es Schokolade. Beim zweiten Winzer wurde Käse dazu gereicht. Dann gab es ein leckeres Mittagessen (mit Wein) und danach wurde ein drittes Weingut in Franschhoek angesteuert. Der Tag war sehr interessant. Unser Guide hat uns dann noch ein schönes Restaurant in Stellenbosch für den Abend empfohlen. Dort sind wir dann mit einem Uber hingefahren – sicher ist sicher.

Mittwoch ging es dann weiter über die malerische Route 62 in Richtung Garden Route. Es war eine längere Fahrt aber wir konnten einige schöne Stopps machen und Fotos schießen. Gehalten haben wir unter anderem im „Barn on 62“ im Montagu und bei „Ronnies Sex Shop“. Letzterer ist gar kein klassischer Sex Shop. Das Wort „Sex“ an der Wand war ein Gag von Ronnies Freunden, entpuppte sich aber als Verkaufsschlager. Die Bar ist jetzt mit Dessous geschmückt, um das verruchte Image weiter zu fördern. Irgendwo auf der Route 62 haben wir das Flüsschen „Hoops“ überquert.

Bei Oudtshoorn ging es dann wieder gen Küste. Wir haben Mossel Bay links liegen gelassen. Es war schon Nachmittags und wir wollten so langsam ankommen. Es ging dann die N2 weiter bis Knysna und unserer Unterkunft Stannards Guest Lodge. Hier wurden wir herzlich von den Betreibern empfangen. Die Familie Montgomery hat die Lodge erst vor 3 Monaten vom Vorbesitzer übernommen. Die Töchter sind in den Semesterferien zu Hause und packen mit an. Wir durften uns den Familiengrill ausleihen und dann wurde erst einmal eingekauft. BBQ heißt auf Afrikaans übrigens „Braai“, Chrischis neues Lieblingswort.

Gestern haben wir Knysna erkundet. Die Stadt liegt an einer großen Lagune. Der Zugang zum Indischen Ozean ist nur durch eine schmale Stelle möglich, die von zwei Sandsteinklppen, den „Heads“ begrenzt wird. Da wird das Wasser durch den Wellengang des Meers urplötzlich sehr rau. Der Hafeneingang ist laut Reiseführer einer der gefährlichsten der Welt. Ganz in der Nähe liegt das „East Head Cafe“, dort haben wir lecker zu Mittag gegessen. Am Abend waren wir mit den Montgomerys in der Bar der Lodge und haben uns richtig nett unterhalten.

Heute sind wir am Vormittag zum Wild Oats Community Farmers Market gefahren. Heute – am Silvesterabend – wird wieder der „Braai“ angeschmissen. Wir haben eine Flasche MCC (Südafrikanischer Cremont wenn man so will) kalt gestellt, die wir später mit den Montgomerys köpfen und auf das neue Jahr anstoßen werden.

Auf dem Weg zurück nach Knysna sind wir am schönen Strand von Buffalo Bay vorbeigefahren.

Ein frohes neues Jahr an alle lieben Leser!!!!

Waka Waka

Unsere letzte Lodge in Ghanzi/Botsuana hat leider verloren. Hauptsächlich wegen erneuten Regens – wir waren daher – bis auf die Essenszeit – nur in unserem „Zelt“, einem Haus auf Stelzen mit Zeltwänden. Vor der Tür war Weltuntergang. Auch hier: wenn das Wetter besser gewesen wäre, wäre alles cool gewesen. So ging halt nicht viel. Das Essen war aber gut. Ich hatte Oryx-Eintopf mit Kartoffeln, einfach aber lecker. Fotos gibt es vom Camp nicht.

Wir haben uns einen Breakfast-Basket packen lassen und sind früh abgefahren. Es regnete nicht mehr und wir haben auch problemlos die Grenze nach Namibia überqueren können. Unsere PCR-Tests waren glücklicherweise erneut negativ – puh. Wir sind wieder im Vondelhof Guesthouse abgestiegen, haben Blog geschrieben und gechillt. Am Abend ging es auf ein Bier wieder in Joe‘s Bierhaus (wir hatten den selben Kellner wie vor 4 Wochen, er hat uns auch wieder erkannt). Der Abwechslung halber sind wir aber dann zum Essen in die „The Stellenbosch Wine Bar“ gefahren. Man hat auch da gemerkt wie akklimatisiert wir schon sind. Vor 4 Wochen waren wir so unsicher und vorsichtig und haben uns ein ein Taxi genommen. Jetzt sind wir selber wie die Pros durch Windhoek gedüst.

Der Flieger nach Kapstadt ging erst kurz vor 14 Uhr am nächsten Tag. Wir haben daher am Vormittag in aller Ruhe unsere Sachen gepackt, erste Weihnachts-Telefonate geführt und gewartet. Gegen 11 Uhr haben wir uns auf den Weg zum Flughafen gemacht. Wir sind an der Namibianischen Interpretation der Bremer Stadtmusikanten vorbeigefahren (Wasserbüffel, Löwe, Warzenschwein, Pavian).

Der Flug war unkompliziert, fast pünktlich und nur halb voll. Am Flughafen in Kapstadt lief die Einreise auch unproblematisch. Wir haben gleich eine SIM-Karte gekauft, Geld gezogen und dann stand da auch schon die nette Dame von der südafrikanischen Travelagency. Sie hat uns zum Europcar-Autoverleih begleitet und uns noch ein paar Tipps für die Reise gegeben. Und ab ging es über die N2 nach Kapstadt.

Unsere Unterkunft lag im Stadtteil „Sea Point“, hier kann man auch bei Dunkelheit problemlos zu Fuß durch die Straßen laufen. Die ersten Nachrichten im Radio auf der Fahrt zum „Sundown Manor“ handelten aber von aktuellen Morden und tot aufgefundenen, vermissten Personen in Kapstadt. Das hinterlässt ein komisches Gefühl. Wir wurden sehr nett in unserer Unterkunft in Empfang genommen. Unser Vermieter empfahl ein Restaurant in der Nähe, „The Greek Fischerman“. Wir sind da auch hingegangen und zunächst begann alles ziemlich schräg. Wir hatten uns zur Feier des Tages – nun in Südafrika zu sein – einen Aperitif bestellt. Der Sekt perlte aber NULL. Reklamiert und nach 20 Minuten (!) gab es einen neuen Versuch. Den konnte man super trinken. Dann kam irgendwann die Flasche Wein, und die war bereits geöffnet gewesen und es fehlte mindestens 1/3 des Inhalts. Erneut reklamiert, es kam eine neue Flasche. Danach lief dann aber alles glatt und man hat den Sekt von der Rechnung genommen und uns ein Dessert als Entschuldigung ausgegeben. Daher war der Besuch im Restaurant im Nachhinein echt OK.

Wir haben zeitig am nächsten Morgen gefrühstückt und sind dann zum Tafelberg gefahren. Wir mussten auch nicht lange anstehen und dann ging es hoch, in einer sich drehenden Gondel schweizer Fabrikats. Zu normalen Zeiten passen 65 Leute in die Gondel, zu Corona-Zeiten sind es 20. Das Plateau konnte man problemlos umrunden und wir hatten tolle Sicht auf Kapstadt und die Berge in Richtung Kap der Guten Hoffnung.

Danach sind wir zur Waterfront gefahren. Chrischi hatte seine einzigen festen Schuhe in Maun für Bedürftige gespendet und brauchte daher neue. Am Abend stand auch der Besuch in der „Aubergine“ an, einem sehr guten Restaurant, was der Chrischi auch schon von Deutschland aus reserviert hatte. Da konnte er schlecht mit Crocs erscheinen. Daher schnell in einen Sportladen, Turnschuhe kaufen, dann die Waterfront erkunden. Wegen der Feiertage war ganz schön was los.

Der „Bürgermeister“ 🙂

Für die Fahrt in die „Aubergine“ haben wir uns ein Uber bestellt. Der Abend war sehr schön, das 6-Gänge-Menü lecker und selbstverständlich auch die Weinbegleitung dazu.

Für den nächsten Tag hatten wir einen Kochkurs im Stadteil Bo-Kaap gebucht. Hier gibt es viele bunte Häuschen. Es gab malayische Küche (Samosa, Curry, „Naan“). Wir haben gekocht und dann lecker gegessen. Schließlich sind wir an einen Strand in Camps Bay gefahren. Wegen der Feiertage war dort wieder die Hölle los. Wir haben uns das rege Treiben sehr gerne angeschaut. Die Wassertemperatur ist echt kalt – das Wasser kommt direkt vom Südpol.

Heute haben wir einen Ausflug zum Cape Point (Kap der Guten Hoffnung) gemacht. Die Halbinsel ist leicht von Kapstadt aus zu erreichen. Der Eintritt in den Nationalpark ist für Ausländer deutlich teurer als für Leute aus Südafrika (360 Rand im Vergleich zu 90 Rand) – aber was soll‘s. Der Park war schön und man hatte tolle Blicke auf den Atlantik. Cape Point ist der südwestlichste Zipfel Afrikas.

Von dort ging es nach Stellenbosch. Wir sind auf dem Weg an einem großen Township vorbeigekommen. Das war sehr beeindruckend – auf eine spezielle Art. Wir hatten den Eindruck, dass aber alle ausgeflogen waren. Die Strände, an denen wir vorbeikamen waren so gepackt voll mit Leuten, dass eigentlich keiner mehr im Township hätte sein können.

Jetzt sitzen wir in Stellenbosch in der „De Zalze Lodge“ auf unserem Balkon. Unsere Ferienwohnung ist locker größer als unsere Wohnung in München. Wir haben zwei Balkone – und eine Küche! Das nutzen wir aus und kochen selber. Es steht Spaghette alla vongole auf dem Speiseplan. Nach all dem ständigen Essengehen freuen wir uns voll.

It never rains in Botsuana

Dieser Satz ist falsch. Wir hatten von 10 Tagen Botsuana 3 Regentage – für uns schade für die Natur und die Bauern aber ein Segen.

Auf dem Weg von Kasane nach Gweta fing es heftig an zu regnen. Insbesondere der zweite Streckenabschnitt wies einen so schlechten Straßenbelag auf, dass wir – wie die meisten anderen auch – lieber neben der Straße gefahren sind. Trotz der widrigen Umstände haben wir Gweta bereits in drei Stunden erreicht. Das Camp hatte Bungalows und auch Stellplätze für Camper. Bei Sonnenschein bestimmt der Hit, bei Regen ist alles dunkel, feucht und klamm. Trotz Regens hat der Chrischi einen kurzen Abstecher in den Pool gemacht.

Wir saßen den Nachmittag über in der Bar des Camps und haben gelesen – WLAN war kostenpflichtig. Irgendwann setzten sich Werner und Emanuelle dazu, ein Paar aus der Betragne. Werner ist Deutscher, Emanuelle Französin und wir kamen ins Gespräch und der Abend wurde sehr lustig. Wir haben jetzt eine Einladung in die Bretagne 🙂

Das Camp hat eine Erdmännchen-Tour angeboten und wir haben zugeschlagen. Daher ging es am nächsten Morgen um 5:30 los – ab in den Safari-Jeep. Zunächst war es trocken aber dann irgendwann ging der Regen los. Die Erdmännchen sind gleich mal in ihrem Bau geblieben – nachvollziehbar. Die Fahrt durch die nahe gelegene Salzpfanne war auch nicht möglich. Die war vom Regen so aufgeweicht und nun eine einzige Schlammpfanne. Es gab dann Frühstück im Jeep und dann wieder 2h retour zum Camp. Wir waren alle ziemlich durchgefroren. Chrischi und ich haben uns dann erst einmal wieder ins Bett gelegt. Auch der „Bushwalk“ am Nachmittag fiel wegen Regens aus.

Mopane „worm“
Ein Buschbaby 🤩

Nach dem Frühstück am nächten Morgen ging es weiter nach Maun. Maun liegt südlich vom Okavango Delta und ist ein super Ausgangspunkt für Safaris. Chrischi hatte gelesen und auch „Regensburg“ von letzten Jahr in Griechenland hatten berichtet, dass wir unbedingt einen Flug über das Delta machen sollten. Wir hatten etwas bedenken wegen des Wetters aber Stunde um Stunde wurde das Wetter besser. Nach Check-in in unser nächsten Unterkunft „Discovery Bed and Breakfast“ sind wir zum Flughafen Maun gefahren. Zunächst haben wir das Fastfood Restraurant mit dem schönen Namen „The Hungry Lion“ ausprobiert. Naja, war jetzt nicht so der Hit. Löwen essen hier ausschließlich Hühnchen. Dann stand mein erster Helikopterflug an.

Unser Pilot hieß ebenfalls Christian und war Österreicher (selbstverständlich aus Innsbruck 🙂 ). Nach kurzer Einweisung ging es los. Um besser zu sehen und Fotos machen zu können, gibt es keine Türen. Auf den hinteren Plätzen zog es daher ziemlich. Wir haben einige Tiere aus der Luft sehen können und vor allem gesehen, wie riesig das Delta ist. Dann ging es mitten im Busch runter und es gab eine Pause für den Piloten und einen Gin Tonic für uns. Der Gin wird hier lokal produziert und heißt „The Sentinel – Okavango Gin“. Wir haben die ganze Flasche nach dem Flug mitbekommen.

Dann ging es wieder in die Luft. Der Helikopter hatte kurz Startschwierigkeiten aber da Christian, der Pilot, ganz ruhig blieb wurden wir nur ganz kurz nervös.

Am nächsten Tag hatten wir eine komplett andere Tour ins Okavango Delta gebucht und zwar per Boot. Wir wurden um 7:30 Uhr abgeholt und ins Delta gefahren (ca. 1,5 Stunden). Dann ging es ins Boot. In Kasane hatte unser Guide diese Boote als „Banana boat“ bezeichnet. Unser Modell war aber nicht aus Holz sondern Kunststoff. Im Heck steht der „Poler“ der das Boot durch das Wasser stakt. Wir sind mit zwei Booten gefahren, eines für Chrischi und mich und eines für das „Material“ – es sollte später im Busch Mittagessen geben. Man bleibt bei diesen Touren immer im sehr flachen Gewässer. Dort ist es sicher vor Krokodilen und Flusspferden, die sich lieber im etwas tieferen Wasser tummeln. Schließlich sind wir auf einer Insel gelandet und dort ging es zu Fuß weiter zu einem Wasserloch. Wir sind einer kleinen Gruppe Giraffen und und einer großen Gruppe Gnus begegnet, Hippos und Krokodile gab es zum Glück nur aus der Ferne. Das war auch toll, mal durch den Busch zu laufen. Wir hatten somit in kurzer Zeit ganz unterschiedliche Perspektiven auf das Okavango Delta.

Nach 2 Stunden Bushwalk sind wir wieder zum zweiten Boot gefahren. Die Frauen hatten mittlerweile den Tisch zum Mittagessen gedeckt. Mit Tischdecke in der Wildnis. Das war etwas surreal.

Am Abend haben wir mit unsern Gastgebern Marije und Rene und einem anderen Gästepaar zu Abend gegessen. Es gab nach einer leckeren Vorspeise aus selbstgemachten Crackern und Dips den Klassiker: Spaghetti Bolognese – und zwar eine sehr gute. Wir haben unseren Gin geköpft.

Alarm für Kobra 11

Am 14.12. – noch einmal herzliche Glückwünsche nachträglich an meinen Neffen Jan-Theo 🙂 – sind wir gen Botswana aufgebrochen. Zunächst mussten wir noch auf das PCR Testergebnis warten. Wir waren extra am Sonntag zum Testen gegangen, um das Testergebnis rechtzeitig vor Grenzübertritt zu erhalten. Da wir aber die einzigen waren, die an diesem Tag eine Probe abgegeben hatten, wurde unser Abstrich erst analysiert, als genügend Proben für einen PCR-Lauf vorhanden waren. Das war erst Dienstagvormittag. Aber um 9 Uhr war alles klar und es konnte losgehen.

Wir sind durch den gesamten Caprivistreifen gefahren. Hier ist Namibia sehr schmal, nördlich ist Angola, südlich bereits Botsuana. Die Fahrt war total problemlos: eine B-Straße (geteert), keine Kurven und kaum ein anderes Auto unterwegs. Gebremst wurde nur für Ziegen und Rinder, die am Straßenrand grasten und ab und an auf die Straße liefen. Daher waren wir bereits 3,5 Stunden später an der Grenze.

Der Grenzübergang war interessant. Wir mussten uns an 4 Stellen in irgendwelche Bücher eintragen: Immigration Namibia, irgendein Zelt im Grenzgebiet, Botsuana Gesundheitscheck, Botsuana Immigration. Überall mussten wir Reisepassnummer, Kennzeichen und Fahrgestellnummer eintragen – kein Mensch hat kontrolliert, was wir da eigentlich eintragen. Einzig beim Check des PCR-Testergebnisses kam etwas Digitalisierung ins Spiel, da der QR-Code tatsächlich gescannt wurde. Dann mussten wir noch 152 Pula für den Autogrenzübertritt bezahlen. Im Immigration Büro war aber der Empfang für das Kartenlesegerät nicht so toll und die Grenzbeamtin lief mit dem Lesegerät durch das Zimmer, bis sie endlich eine Stelle gefunden hatte, wo die Transaktion klappte. Da wir mal wieder die einzigen waren, waren die Formalitäten nach einer guten halben Stunde erledigt.

Kasane heißt der Ort, in dem wir die nächsten Tage bleiben. Er liegt direkt am Chobe Nationalpark, der Park mit einer der größten Elefantenpopulation der Welt. Botsuana ist ein Afrika-Einsteigerland. Den Leuten geht es hier – normalerweise – deutlich besser als denen im Nachbarland Namibia. Das macht sich auch gleich im Stadtbild von Kasane bemerkbar, alles ist besser im Schuss und alle sprechen ein hervorragendes Englisch. Was auch sofort auffällt ist, dass niemand fragt, ob er auf dein Auto aufpassen darf. In Namibia verdienen sich die Ärmsten der Armen so ein paar Dollar hier und da dazu. In Kasane gibt es das nicht. Die Kriminalitätsrate ist auf dem Niveau von Mitteleuropa. Und alles nur – so denke ich – weil die Bodenschätze des Landes dem Land selber gehören und nicht irgendwelchen ausländischen „Investoren“. Vor einigen Monaten habe ich mal den Spielfilm „A United Kingdom“ über die Geschichte Botsuanas nach dem 2. Weltkrieg gesehen und kann den nur empfehlen (https://de.wikipedia.org/wiki/A_United_Kingdom). Dennoch befinden wir uns hier nicht im Sozialstaat Deutschland. Wenn also die Touristen weg bleiben wie jetzt gerade, dann ist das für viele, viele Leute eine richtige Katastrophe, weil sie nicht wissen womit sie ihr Essen bezahlen sollen.

Wir sind im „Old House“ abgestiegen. Die Anlage hat einen schönen Garten und ein luftiges Restaurant unter einem Reetdach. Jede der Lodges in Kasane liegt am Chobe River und besitzt einen Bootssteg für Safarifahrten über den Fluss.

Am nächsten Morgen haben wir uns den Wecker extrem früh gestellt. Um 5 Uhr fing er an zu bimmeln. Wir haben schnell unsere 7 Sachen gepackt und sind mit dem eigenen Auto in den Nationalpark gefahren. So früh am Morgen sind Tiersichtungen normalerweise eher wahrscheinlich. Leider nicht so bei uns. Wir haben eigentlich nur Schwarzfersen Impalas gesehen, davon aber jede Menge. Und ja, in der Ferne im und am Fluss konnten wir auch Flusspferde, Büffel und eine Menge Vögel sehen. Ansonsten ist Chrischi wie ein Profi über die Sandpisten gefahren. Erst später am Vormittag – wir waren bereits auf dem Rückweg – kamen die ersten Elefanten in Sicht und dann auch der Wasserbock, eine weitere Antilopenart. Wir hatten dann noch zwei Aufreger. Leider haben wir es geschafft, mit 30 Stundenkilometer ein Afrikanisches Borstenhörnchen zu überfahren. Es ist direkt unter unseren Reifen gelaufen. Keine Chance rechtzeitig zu bremsen. Und dann entpuppte sich ein Stock auf der Piste als eine ca. 2 Meter lange Kobra die sich urplötzlich mindestens einen Meter in die Höhe streckte als wir zu nahe kamen. Das ging so schnell, ich habe sie gar nicht gesehen, Chrischi ist der Schreck aber in die Glieder gefahren. Wir hatten ja die Fenster auf. Die Schlange hat dann aber das Weite gesucht. Im Nachhinein haben wir gelernt, dass Kobras ihr Gift bis zu einen Meter weit spucken können.

Für den nächsten Tag hatten wir eine Boat Cruise auf dem Chobe River gebucht. Es ging aber erst um 15 Uhr los. Ich bin am Vormittag ein wenig durch Kasane geschlendert und habe Kleinigkeiten an dem ein oder anderen Stand gekauft. Am letzten Stand konnte der Verkäufer nicht wechseln. Wir sind dann gemeinsam über die Straße zum Stand seiner Großmutter gelaufen und die zog das Wechselgeld aus ihrem BH. Eine Verkäuferin an einem anderen Stand erzählte, dass viele Leute in Botsuana geimpft seien und dass es an der Hauptstraße in Kasane eine Art „Impfzentrum“ gäbe.

Wir haben unsere Bootsführerin um halb drei getroffen. Zunächst war nicht ganz klar, ob wir fahren können, denn genau zu dieser Zeit war in der Nähe ein Gewitter und der Wind sehr kräftig. Das Wetter ändert sich aber immer schnell und so ging es los mit einem kritischen Blick zum Himmel. Wir hatten ein kleines Boot mit 8 möglichen Plätzen, Chrischi und ich waren aber allein. Im Chobe River gibt es eine Insel, die sehr begehrt ist bei Hippos, Wasserbüffeln und in der Trockenzeit auch bei Elefanten. Die Hippos kommen aus dem Wasser raus zum Grasen. Vom Boot hatten wir einige tolle Sichtungen, auch zwei Bullen die gekämpft haben. Mit dem Fernglas sah man bei einigen Flusspferden Narben auf dem Körper, diese Kämpfe sind echt heftig. Man sollte den Flusspferden den Weg zum Wasser nicht versperren, sonst können sie ungemütlich werden. Einmal ist ein Hippo nicht weit von unserem Boot urplötzlich aufgetaucht. Da hat unser Guide aber Gas gegeben … Unser Boot war zu klein, um einem aufgebrachten Nilpferd Stand zu halten. Daher kein Risiko eingehen und lieber Abstand halten.

Krokodile waren auch zu sehen. Einge lagen im Wasser, andere an Land. Tatsächlich greifen die Tiere nur im Wasser an, daher kann man sich ihnen am Land wohl gefahrlos nähern. Ohne fachliche Führung würde ich das aber nicht ausprobieren. Wir waren 3 Stunden unterwegs und die Zeit verging wie im Flug. In der Coolbox hatten wir auch ein Bierchen mit – so läßt es sich leben.

Chrischi mit den Hobbit-Füßen

Zum Abendessen sind wir in ein indisches Restaurant gegangen. Wir wollten mal etwas anderes als Steak, Hechtfilet oder Burger essen.

Game Drives und Ovambo Kultur

An unserem dritten Etosha-Tag sind wir am Nachmittag im Osten aus dem Park herausgefahren, um unsere Unterkunft zu erreichen. Es ging noch knapp 10 km vom Van Lindequist Gate zur Mushara Lodge. Diese Lodge war bisher die luxuriöseste Lodge des Urlaubs. Die Bungalows waren riesig und richtig geschmackvoll eingerichtet, ebenso das Haupthaus mit Restaurant. Mit uns war noch ein anderes Paar zu Gast. Wir hatten aber keine Gelegenheit mit denen zu reden. Der Speiseplan ist übrigens in allen Lodges vergleichbar. Gerne wird als Vorspeise Griechischer Salat (in allen Interpretationsformen) angeboten und als Hauptspeise hatten wir häufig „Hake Filet“ – also Hechtfilet. Die Beilagen können variieren.

Wir haben uns ob der schönen Behausung am nächsten Morgen etwas Zeit gelassen mit Frühstück etc. Am Abend hatte es geregnet und auch dieser Tag war unser erster Tag in Namibia, der wolkenverhangen startete (Nebel in Swakopmund nicht mitgerechnet). Die Temperaturen blieben daher auch lange um die 20 Grad und es war sehr angenehm. Wir sind dann wieder in den Etosha Park hineingefahren und haben zunächst den Dik Dik Drive genommen. Von dort wurden Leopardensichtungen gemeldet. Wir haben also jeden möglichen Schlafbaum abgesucht und haben eigentlich nur kurz angehalten, weil auf einem der Bäume ein großer Raubvogel saß. Chrischi hat die gerissene Antilope zuerst gesehen und dann sah ich etwas Gepunktetes nur wenige Meter daneben im Gras liegen. Kein Leopard aber ein Gepard. Wahnsinn!!!! Er hatte schon ein wenig an seinem Springbock geknabbert und ruhte sich jetzt aus.

Wir sind dann gen Norden zum King Nehale Gate gefahren und von dort auf eine B-Straße (tipptopp geteert) weiter nordwärts. Ziel war die Ongula Village Homestead Lodge. Das Volk der Ovambo bietet eine Lodge an mit der Möglichkeit, das dörfliche Leben dort kennenzulernen. Zudem betreiben sie eine Akademie, mit den Lehrinhalten Tourismus (Koch, Manager oder Service), Agrar und Schneiderei. Ein interessantes Projekt.

Am nächsten Tag haben wir mit zwei Frauen des Dorfes gemeinsam getöpfert – nun ja – wir haben unser Bestes versucht und hatten hier und da auch ordentlich Hilfe. Chrischis Gefäß wird bestimmt auf ewig in Ehren gehalten. Chrischi bestand darauf, dass es bei Hochzeiten zum Einsatz kommen soll. Die Frauen fanden das so lustig, dass ich mich nicht wundern würde, wenn sie die Schale immer mal wieder herauskramen, nur um sich den lustigen Vormittag in Erinnerung zu rufen.

Dann haben wir uns ein wenig ausgeruht – es war wieder sehr, sehr heiß und schwül. Am Nachmittag zuvor waren wir in der Shebeen (Bar) im Nachbardorf. Die Bar ist mit Metallstäben vor zu aufdringlichen Gästen gesichert. Kommunikation mit der Barfrau war etwas schwierig. Wir wurden auch so intensiv angestarrt, dass wir langsam den Rückzug angetreten haben.

An diesem Nachmittag stand die Homestead-Tour auf dem Programm. Mittlerweile waren ein weiteres deutsches Paar und eine Frau aus Angola angekommen und sie waren mit von der Partie. Neben dem Besuch der Akademie sind wir in den Kraal der Familie gegangen und haben gelernt, wie dieser aufgebaut ist. Die Frauen der Familie haben dann für uns Getreide und Mopane-Nuss zerstoßen und uns gezeigt wie die traditionellen Körbe geflochten werden. Dann gab es einen selbstgebrannten Schnaps und als krönenden Abschluss ein paar Termiten zur Verkostung. Richtig gelesen. Die Termiten werden gesammelt, von den Flügeln befreit, gekocht und dann getrocknet. Und schon hat man einen proteinreichen Snack. Guten Appetit. Tatsächlich schmeckten sie gar nicht so schlecht.

An diesem Abend gab es für uns Gäste traditionelles Essen. Darauf haben wir uns schon sehr gefreut und es hat auch gut geschmeckt. Wir saßen alle draußen und haben uns sehr nett unterhalten. Es stellte sich heraus, dass die beiden Deutschen (Annika und Johannes) Winzer an der Mosel sind. Chrischi hat dann im tiefsten Namibia über deren Onlineshop gleich ein paar Flaschen bestellt, nachdem er erfahren hatte, dass sie ihre Weine auch an das Esszimmer in München (2-Sterne Restaurant) liefern. Annika hat für mich und Gela noch eine Flasche Sekt (ihr Steckenpferd) hinzugefügt. @Gela – den lassen wir uns nächstes Jahr schmecken !!!! Ein Hoch auf den Winzersekt.

Den Namen der Frau aus Angola habe ich leider schon wieder vergessen. Sie kam ursprünglich aus Namibia ist aber schon vor vielen Jahren in den Norden Angolas gezogen und arbeitet dort an einer internationalen Schule. Was aber super spannend war, war ihr Engagement für Tiere. Das geht so weit, dass sie Schimpansen in ihrer Gegend, die in erbärmlicher Gefangenschaft leben müssen, kauft und versucht, diese in Auffangstationen (Sanctuary) zu schicken. Leider ist das mit unendlich viel Papierkram und Bürokratie in Angola verbunden und der Prozess dauert ewig, so dass sie derzeit 3 Schimpansen selber pflegt. Man lernt so interessante Menschen und ihre Geschichten kennen. Das ist mir am Reisen fast das Liebste.

Wir waren ja schon im Norden Namibias, nicht weit entfernt von der Grenze zu Angola. Nun sind wir von dort nach Osten gefahren, bis nach Rundu. In Rundu haben wir zunächst einen PCR Test gemacht für den Grenzübertritt nach Botswana und sind dann zur Kaisosi River Lodge gefahren. Genau River – hier im Nordosten ist Namibia nämlich nicht so trocken – es wurde mit jedem Kilometer grüner. Nachteil ist, dass wir uns im Malaria-Gebiet befinden. Wir haben uns aber mit viel Mückenspray eingedeckt und hier gibt es überall Moskitonetze. Da die Regenzeit gerade erst angefangen hat, ist die Zahl der Moskitos auch noch sehr gering.

Am 13.12. sind wir weiter bis zur Nunda River Lodge am Kavango gefahren. Wir haben unsere ersten Hippos und Krokodile gesehen, aber in einiger Entfernung und daher schwierig zu fotografieren. Wir denken, dass können wir dann im Chobe Nationalpark besser machen. Heute waren wir an den Popa Falls und im Mahango Game Reserve, beides liegt im Bwabwata Nationalpark nur wenige Kilometer von der Nunda River Lodge entfernt. Das Mahango Game Reserve ist natürlich winzig im Vergleich zum Etosha aber total reich an Tieren. Durch die andere Vegetation gibt es hier Arten, die nur hier in Namibia vorkommen, z.B. die Säbelantilope oder der Büffel. Büffel haben wir heute auch gesehen, aber auch nur in der Ferne. Daher gibt es kein Foto. Von unserer Veranda blicken wir auf den Fluss und können Hippos beobachten. 🦛🦛 🦛

Alles super – everything under control

Heute ist der 09.12. – ich habe wieder mal ein paar Tage nachzuholen in diesem Blog.

Am 05.12. haben wir in einer kleinen Gruppe (Sylvia, Mike, Chrischi, ich und unser Guide Emmanuel) von Opuwo aus ein Himbadorf besucht. Das Dorf lag nur knapp 15 km von unserer Lodge entfernt. Für mich war dieser Besuch ein Flashback in die Vergangenheit. Von 1998 bis 2002 habe ich ja an der Forschungsstelle für Humanethologie in Andechs die Himba-Filme vom Eibl inhaltlich erschlossen. Ich habe in den letzten 20 Jahre viel darüber vergessen, ein paar Dinge kamen jetzt aber wieder zurück in die Erinnerung. Und wie damals auf den Filmen sind die kleinen Kinder einfach nur zuckersüß.

Bild von Mike

Wir wurden dem Chief vorgestellt, wie wir heißen, ob wir verheiratet sind und Kinder haben. Der Chief selber hat drei Frauen. Da es Sonntag war, waren viele Kinder im an sich kleinen Dorf. Der namibianische Staat hat in den letzten Jahren viel in Schulen für die Himba investiert, so dass an normalen Werktagen nur die ganz Kleinen im Dorf sind.

Bild von Mike

Die Hütten sind aus Ästen und werden mit Lehm und Kuhdung abgedichtet. Die Himba sind ja ein Hirtenvolk und haben Ziegen und Rinder. Rinder konnten wir keine sehen, da sie aufgrund der Trockenheit in andere Gebiete getrieben worden sind. Der Chief hat an einer Kalebasse geschnitzt. Die Kinder waren nach ein paar Minuten sehr anhänglich und wollten ALLE Fotos auf meinem Handy sehen.

Unser Guide Emmanuel hat uns noch mal erklärt, dass unverheiratete Mädchen zwei Zöpfe in das Gesicht tragen. Verheirate Frauen haben so etwas wie Rastazöpfe und reiben diese mit der Ocker-Butter ein, die sie auch auf ihrer Haut verteilen (der Schönheit wegen – und als Sonnen- und Insektenschutz).

Bild von Mike
Bild von Mike

Wir durften auch eine der Hütten betreten. Die war so aufgeräumt und es hingen meines Erachtens so wenig Alltagsgegenstände wie Töpfe und so an der Wand, dass sich der Verdacht aufdrängte, dass diese Hütte nur für Besucher gedacht ist. Ist aber wurscht. Mit einem Kuhschwanz oder besser gesagt mit der Quaste wird die Hütte gefegt. Zwei junge Frauen haben uns gezeigt wie man die rote Butter für die Körperpflege herstellt und eine hat noch einen Kopfputz aufgesetzt, der bei der Hochzeit getragen wird.

Ocker-Butter wird aufgetragen – Bild von Mike

Traditionell sind Hochzeiten bei den Himba arrangiert. Es geht aber auch, dass man in der Schule oder so seinen Partner kennenlernt. Unser Guide ist Herero und hat eine Himba-Freundin mit der er ein gemeinsames Kind hat.

Einen Bereich im Dorf sollten wir vermeiden, da brennt das sogenannte heilige Feuer und der Bereich ist sakral. Kein Problem. Kurz vor unserem Abschied haben die Frauen und Kinder uns Schmuck oder Schnitzereien verkauft. Ich habe zwei Armbänder erstanden. Emmanuel hatte auch einen großen Sack Maismehl und Speiseöl als Gastgeschenk dabei. Mike hat viel im Dorf fotografiert und mir ein paar Bilder geschickt. Ich darf sie für den Blog benutzen und habe sie unnötigerweise gekennzeichnet. Man hätte die Profibilder ohnehin erkannt. Wir mussten uns von den beiden verabschieden, für sie ging es zum Etosha Nationalpark.

Himba-Mädchen verkauft Puppen – Bild von Mike

Am nächsten Tag hatten Chrischi und ich eine private Tour ebenfalls mit Emanuel zu den Epupa Falls. Die Wasserfälle liegen ganz im Norden von Namibia, an der Grenze zu Angola und 180 km Schotterstraße von Opuwo entfernt. Emmanuel schätze 3 Stunden für den Hinweg. Wir haben noch an einem imposanten Baobab Baum einen Foto-Stopp gemacht.

Bei den Epupa Falls angekommen, gab es zunächst eine Panorama-Ansicht. Dazu sind wir auf Himba-Privatgelände gefahren und der dortige Chief nimmt eine Gebühr von 40 namibianische Dollar pro Person (ca. 2,50 EUR). Der Wasserstand ist noch recht niedrig, da die Regenzeit erst bald richtig startet. Die Oase dort am Epupa River ist jedoch super schön. Rund herum nur Wüste und karge Landschaft und dann Palmen. Bei Hochwasser gibt es hier auch Flusspferde und Krokodile.

Noch ein Eindruck zu Opuwo – der Stadt in der unsere Lodge lag. Wir hatten alle den Gedanken, nun im „richtigen Afrika“ angekommen zu sein. Während Lüderitz und Swakopmund ja sehr durch die deutsche Kolonialzeit geprägt sind und Windhoek als größte Stadt auch „europäisch“ ist, ist das Stadtbild von Opuwo doch sehr anders. Es laufen Himba-Frauen in ihrer Tracht durch den Ort, viele Tragen ihre Lasten auf dem Kopf. Es geht alles noch viel langsamer vor sich, es gibt lokales Streetfood am Straßenrand zu kaufen etc. Wir haben in Opuwo einen neuen Ersatzreifen gekauft – die Werkstatt sucht auch seinesgleichen.

Am 07.12. ging es für uns auch in den Etosha Nationalpark. Vorher haben wir in Opuwo noch einmal getankt und Proviant eingekauft. Marianne von Afrika Profile Safari hatte uns erzählt, dass alle Lodges im Nationalpark staatlich betrieben werden. Sie prophezeite, dass wir nirgendwo so schlecht essen würden wie im Nationalpark. Sie sollte in etwa Recht behalten.

Von Opuwo sind es nur ca. 2 h Fahrtzeit (Teerstraße – Juhu!) zum Galton Gate – einem der Zufahrten zum Etosha Nationalpark. Wir haben unsere Gebühr bezahlt, unseren „permit“ ausgehändigt bekommen und los ging es. Im Osten des Parks gibt es nicht so viele Wasserlöcher, aber die hatten es in sich. Wir hatten unsere erste Elefanten-Sichtung und auch ansonsten gabe es neben den Giraffen, Zebras, Oryx auch viele Gnus und Impala zu sehen. Wir standen am letzten Wasserloch vor unserer Lodge (Dolomite Lodge) und es kam ein silberner Polo daher. Was soll ich sagen: wir waren wieder mit Sven und Clara vereint. Die beiden hatten sich auch in Dolomite für die Nacht angemeldet. Und so hatten wir dann einen lustigen Nachmittag am Pool und ein gemeinsames Abendessen. Das Essen war sogar ganz lecker.

Wir hatten beschlossen gleich ganz früh am nächsten Morgen loszufahren um am Vormittag schöne Tierbeobachtungen machen zu können. Tatsächlich sind wir auch von Löwengebrüll geweckt worden. Am nahegelegenden Wasserloch waren ein paar junge Männchen. Leider konnten wir dort nicht hin. Der Mitarbeiter, der für die Abrechnung zuständig war, war noch nicht in der Lodge…. Als wir dann unsere Rechnung begleichen und zum Wasserloch fahren konnten, war keine Löwe mehr weit und breit zu sehen.

Ziel für den nächsten Tag war Okaukuejo – eine Lodge in der Mitte des Nationalparks. Diese ist komplett umzäunt und man kann sich des Nachts frei auf dem Areal bewegen. In Dolomite sollte man das besser nicht machen. Direkt in Okaukuejo liegt das Wasserloch. Dies wird bei Dunkelheit (sanft) beleuchtet. Und als wir nach unserem mißglückten Versuch zu Abend zu Essen zum Wasserloch kamen, fanden wir dort bis zu sieben Spitzmaulnashörner vor. Ein Wahnsinn!!!! Ansonsten war der Service in der Lodge unterirdisch. Dabei belasse ich das mal.

Heute haben wir den westlichen Teil des Nationalparks durchquert. Es gab auch einen kurzen Abstecher in die Etosha Pan – die riesige Salzpfanne im Nordwesten des Parks.

Und kurz nach der Lodge mit dem schönen Namen „Halali“ war es dann soweit: es lagen zwei Löwinnen unter einem Baum im Schatten. Wir freuen uns wie Bolle!!!!

About a boy

Schon von Deutschland aus hatte der Connaisseur von uns zweien einen Tisch in „The Tug“, einem super Restaurant in Swakopmund, reserviert. Marianne hatte noch einmal hinterher telefoniert und darum gebeten, dass sie uns doch bitte „Tisch 3“ geben, den besten Tisch, den das Restaurant zu bieten hat. Wir saßen direkt an der Fensterfront und man hat von dort den Eindruck, man sitzt direkt über der Brandung. Die untergehende Sonne hat uns zunächst ganz schön eingeheizt 🙂 Die Aussicht war eine Wucht. Das Restaurant liegt direkt am Pier.

Als Vorspeise gab es für mich „Tug Bites“ (vier unterschiedliche Fischsorten, fritiert und mit Tartar-Sauce) und für den Chrischi ein Kabeljau-Carpaccio. Das war schon mal ein guter Start. Ich hatte als Hauptgang dann Seafood Pasta und Chrischi gegrillten Fisch (Kingklip). Als Nachspeise haben wir uns Eis geteilt.

Gegen 8 Uhr am nächsten Morgen haben wir im Supermarkt noch einmal unsere Vorräte aufgefrischt und dann haben wir Swakopmund gen Norden verlassen. Die Bielefelder hatten uns am Tag zuvor von einem Dead Sea Swimminghole in der Wüste erzählt. Da wollten wir auch hin. Die Wegbeschreibung im Internet war jedoch nicht gut und als wir dann die richtige Straße verlassen mussten um quasi querfeldein zum Wasserloch zu kommen habe ich mein Veto-Recht gezogen. Im Nachhinein etwas übertrieben, gebe ich zu. Aber ich dachte, wenn jetzt Google Maps ausfällt, dann sind wir verloren und niemand wird uns jemals finden. Daher sind wir wieder umgedreht und der geplanten Route zur Damara Mopane Lodge gefolgt. Die Tour war mit ca 6 h Fahrzeit ohnehin recht lang.

Auf unserem Weg lag der Brandberg mit der berühmten Felsenmalerei, der „White Lady“. Die Felszeichnungen sind mehrere tausend Jahre alt, man schätzt die „White Lady“ auf ca. 2000 Jahre. Vom Eingang des Parks sind es nur knapp 2,5 km Fußmarsch. Man muss sich einen Führer nehmen, was auch Sinn macht, insbesondere wenn man wie wir Trottel den Fußmarsch in der Mittagshitze macht. Boa, das war heiß, ich habe ganz schön gekämpft. Es gab nur 2 oder 3 Mal einen schattenspendenden Baum am Weg. Glücklicherweise lag die Felsenmalerei im Schatten. Die „White Lady“ ist die prähistorische Zeichnung eines Menschen, die die ersten europäischen Forscher als weiße Frau interpretiert haben. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Jungen, der während eines Rituals zum Medizinmann geweiht wird. Der Rückweg zum Auto war etwas einfacher, wir hatten leichten, erfrischenden Gegenwind und es schoben sich ein paar Wolken vor die Sonne. Die ganze Gegend hatte seit drei Jahren keinen Regen mehr, erzählte Seth, unser Guide. Bei der Kreuzung zum Brandberg hatte uns ein Mann schon nach Wasser gefragt und wir haben ihm eine unser 1,5 l Flaschen gegeben. Dann gab er uns einen Kanister mit mit der Bitte, ihn am Eingang der „White Lady“ Tour auffüllen zu lassen und ihm zurück zu bringen. Der Bitte sind wir gerne nachgekommen.

Die „White Lady“, die keine Lady ist, findet ihr in der Bildmitte

Nach dem Besuch der „White Lady“ haben wir Robert ein Stück mitgenommen. Robert arbeitet im Nationalpark als Security Guard und wollte in sein Dorf, da am Tag darauf die Taufe seines kleinen Sohnes statt fand. Das durfte er nicht verpassen. Sein Dorf lag nicht auf unserem Weg und hätte einen größeren Umweg bedeutet. Wir haben ihm daher an der Kreuzung abgesetzt, an der die Straße zu seinem Dorf abzweigte. So langsam verlieren wir auch die Berührungsängste. Am Anfang in einem neuen Land ist man ja auch etwas unsicher und bleibt mehr auf Abstand. Einen Tramper vom Straßenrand nehmen wir aber lieber nicht mit, davon wurde abgeraten.

Im der Damara Mopane Lodge haben wir uns zunächst im Pool erfrischt. Neben uns waren noch ein österreichisches Paar und eine südafrikanische Familie in der Lodge. Das war‘s. Die Lodge verfügt über 55 Bungalows – sprich: es war nix los. Am nahegelegenen Berghang gab es eine Plattform, wo man den herrlichen Sonnenuntergang beobachten konnte. Hier haben wir Sylvia und Mike (die Österreicher) kennengelernt. Wir hatten von Sven und Clara schon gehört, dass andere Leute aus Innsbruck auch in Namibia reisen und man kannte sich indirekt. Das waren also Sylvia und Mike. Man läuft sich hier auf den wenigen Lodges halt immer mal wieder über den Weg. Die beiden hatten auch für den Folgetag das gleiche Ziel: die Opuwo Country Lodge. Wir haben gemeinsam zu Abend gegessen und es wurde sehr lustig.

Jeder Bungalow in Damara Mopane verfügt über einen kleinen Gemüsegarten. Das Gemüse wird dann in der Lodge verwertet. Eine schöne Idee.

Der Weg nach Opuwo war ebenfalls lang und bestand nur aus Schotterstraße. Die Landschaft war ein Traum und wir konnten wieder Giraffen, Springböcke, Oryx und einiges mehr sehen. Alleine die Elefanten hielten sich versteckt. Ca. 100 km vor Opuwo änderte sich das Fahrgeräusch plötzlich und da war er, unser erster richtiger Platten. Den Reifen hat es richtig zerfetzt, auch weil wir nicht gleich gespannt haben, was los ist und noch etwas weiter gefahren sind.

Dann hieß es Reifenwechseln bei 34 Grad im Schatten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, das Reserverad aus seiner Halterung (unterhalb der Karosserie) zu befreien, waren wir gut dabei. Als wir kurz davor waren das Reserverad zu montieren, kamen Sylvia und Mike des Weges. Wir haben aber keine Hilfe benötigt und sie nur gebeten, einen Suchtrupp zu schicken, falls wir 2h nach ihnen immer noch nicht in Opuwo wären. Letztendlich waren wir aber wohl nur eine halbe Stunde später als die beiden an der Lodge.

Die Opuwo Country Lodge verfügt über einen Infinity Pool, von da blickt man bis auf die angolaischen Berge. Einfach toll. Das Hauptgebäude ist das grösste Reetdachhaus von Namibia.

Die Wüste lebt

Nach einem leckeren Frühstück – es gab Müsli aber auch Oryxschinken und selbstgemachten Fleischsalat (nicht ganz Käsemaus-Niveau aber echt nicht schlecht) – haben wir uns von unseren tollen Gastgebern verabschiedet. Bis Betta sind wir „Kolonne“ mit Clara und Sven aus Innsbruck gefahren. Die beiden haben einen VW Polo gemietet und es war klar, ein Teilstück unserer Straße wird sehr sandig und Sven hatte Bedenken, dass der Polo es nicht durch den Sand schaffen würde. Es ging aber alles gut. In Betta haben wir noch gemeinsam ein Päuschen gemacht, dann trennten sich unsere Wege. Das Ziel von allen war zwar der Sossusvlei Nationalpark, Clara und Sven hatten aber eine Lodge im Nationalpark gebucht, wir wenige Kilometer außerhalb. Der Nationalpark öffnete seinen Pforten um 6 Uhr morgens. Marianne – unsere Ansprechpartnerin vom lokalen Reiseveranstalter – hatte geraten, so früh wie möglich loszufahren, denn in der Wüste wird es bekanntlich heiß. Das hatten wir auch vor.

Selfie mit Giraffe

Aber zunächst haben wir unseren kleinen Bungalow im Quiver Camp in Sesriem bezogen. Wir hatten im Vorfeld Fleisch und Salat für ein eigenes BBQ am Bungalow bestellt. Dieses wurde dann auch bald geliefert und am Abend haben wir Oryx-Würstchen und -Steak auf den Grill geworfen. Dazu gab es Folienkartoffeln, Cole Slaw und ein kaltes Bier. Die lebenden Verwandten unseres Grillfleisches liefen in nächster Nähe am Bungalow vorbei.

Es ging früh los am nächsten Morgen – ganz wie geplant. Zunächst haben wir an der Sossusvlei Lodge einen Picknickkorb abgeholt, den wir anstatt Frühstück bestellt hatten. Dann ging es zur Tanke um Luft aus den Reifen zu lassen. Das letzte Stück (ca. 5 km) im Nationalpark konnte man nur mit 4×4 Fahrzeugen bewältigen und besser ist es, die Reifen sind nicht ganz voll. Wir waren – natürlich – die ersten am Morgen um 6 Uhr, die von außerhalb in den Park fuhren. Es geht 65 km in den Nationalpark hinein und dann ist man bei der Sossusvlei Salzpfanne angelangt. Links und rechts von der Straße türmten sich bereits hohe Sanddünen auf. In der aufgehenden Sonne änderten sich die Farben des Sandes ständig. Richtig schön.

In Sossusvlei sind wir auch eine Sanddüne hochgekraxelt. Wir waren dankbar, dass morgens um 7 Uhr die Temperaturen echt noch moderat waren. Dann wurde der Picknickkorb ausgepackt und wir haben ausgiebig gefrühstückt.

Auf dem Weg zurück haben wir diverse Stopps gemacht. Wir haben uns Deadvlei angesehen – den kleinen Salzpfannen-Bruder von Sossusvlei mit einigen abgestorbenen Camel-Thorne-Bäumen. An der Düne 45 und der Elim-Düne haben wir auch Halt gemacht. So ging schnell der Vormittag vorbei und es war bereits Mittag, als wir den Park wieder verlassen haben. Um 12 Uhr waren es bereits 35 Grad.

Unser Weg führte uns weiter durch die Wüste zur Neuras Winery. Mitten in der Wüste liegt eine Oase, in der tatsächlich Weinanbau gelingt. Wir haben dort einen entspannten Nachmittag am Pool verbracht und um 17 Uhr hatten wir eine Führung über das Areal und ein anschließendes Wine tasting. Die Anbauflächen sind sehr klein und es können nur wenige Tausend Flaschen Wein (u.a. Shiraz und Merlot) pro Jahr produziert werden. Die Qualität ist aber richtig gut und vor allem ist dieser Wein zu 100% handgemacht. Das war sehr beeindruckend. Emmanuel – der Mitarbeiter, der die Führung über das Areal gemacht hat – war sichtlich stolz auf seinen Wein. Wir waren die einzigen Gäste an diesem Abend. Um 19:30 gab es Abendessen – tatsächlich waren wir aber noch voll von den ganzen kleinen Happen, die es begleitend zur Weinverkostung gab.

Wir sind früh ins Bett gegangen und somit auch wieder früh aus den Federn gekommen. Weiter ging es durch die Wüste Richtung Solitaire und Walvis Bay nach Swakopmund. Der Tankwart in Sesriem hatte uns schon darauf hingewiesen, dass einer unser Reifen weniger Luft hatte als die anderen. Oh, oh! Er hat auch gleich ein kleines Loch gefunden. Marianne hat uns eine Werkstatt gleich neben unserer Pension in Swakop herausgesucht und gleich nach dem Check-In sind wir dort vorbeigefahren. Es stellte sich heraus, der Reifen hatte gleich drei Löcher. Alle waren winzig aber an ein Weiterfahren damit war nicht zu denken. Wir haben den kompletten Reifen wechseln lassen und netterweise hat die Werkstatt die restlichen drei Reifen auch auf potentielle Löcher geprüft. Die sind aber OK.

Erst dann haben wir die „Altstadt“ von Swakopmund erkundet und sind die paar Straßen abgelaufen. Es gab für jeden ein Fischbrötchen. Abendessen haben wir ausfallen lassen.

Heute morgen hatten wir eine Katemaran-Tour ab Walvis Bay gebucht. Mit uns war noch eine weitere deutsche Familie aus Bielefeld mit ihren drei Kindern an Bord. Die Fahrt war sehr kurzweilig (nette Gespräche, Pelikanfütterung an Bord, Fahrt zur Robbenkolonie und Champagnerfrühstück). Nun sind wir wieder in unserer Pension „Meike‘s Gästehaus“ und chillen ein bißchen.

Fish River Canyon, Lüderitz & Namtib Biosphere

Vom Intu Africa Reserve ging es über den „scenic drive“ nach Keetmanshoop. Wir sind über 500 km über Schotterpiste gefahren. Das klingt aber schlimmer als es ist. In Namibia gibt es drei relevante Straßentypen: A, B oder C. A ist eine klassische Autobahn. Wir haben gerade gelernt, dass eine einzige A-Straße ganz neu eröffnet wurde oder bald wird. B-Straßen sind wie bei uns Bundesstraßen mit geteertem Belag und C-Straßen sind eigentlich ähnlich – halt Schotterpiste.

Die Landschaft war der Hammer und wechselte ständig. Sie war zu überwältigend um sie mit der Kamera festzuhalten, da insbesondere diese Weite und die wunderschönen Farben das Besondere sind. Die Stecke war aber doch sehr lang und es war heiß. Kurz vor Keetmanskoop gibt es eine Sehenswürdigkeit, den Quivertree Forest. Hier kann man Nambias größten Bestand an Köcherbäumen finden. Gerne wären wir angehalten aber bei 37 Grad haben wir uns entschieden doch weiter zu fahren und im klimatisierten Auto sitzen zu bleiben. Eine Stunde weiter lag das Canyon Roadhouse, ca. 20 KM vom Fish River Canyon entfernt. Dies war unser nächstes Übernachtungsziel. Die Distanzen in Namibia sind schon lang. Wir sind an der Intu Afrika Zebra Lodge gegen 8:30 am Morgen losgefahren und waren gegen 17 Uhr am Canyon Roadhouse, ohne viele lange Pausen. Wir haben uns mit dem Fahren abgewechselt.

Wir haben uns zunächst das Areal vom Canyon Roadhouse angeschaut. Es stehen viele alte Autos oder -Teile als Deko überall herum. Am Abend gab es Essen a la carte. Auch hier sind wir am nächsten Morgen zeitig gegen 8 Uhr aufgebrochen und in den Fish River Canyon Nationalpark gefahren. Der Canyon, der größte Afrikas, ist 160 km lang, bis zu 27 km breit und erreicht eine Tiefe von 550 Metern. Beeindruckend. Und neben uns weit und breit kein anderer Mensch. Im Winter, wenn die Temperaturen deutlich moderater sind, ist der Canyon ein super Wandergebiet. Es führt eine 5-Tage-Trekkingtour durch die Schlucht. Wir aber haben nur Fotos geschossen und haben uns dann am späten Vormittag auf den Weg nach Lüderitz gemacht.

Lüderitz ist eine kleine Stadt mit wichtigem Hafen direkt am kalten Atlantik. Der deutsche Einfluss aus der Kolonialzeit und zeitlich danach, ist an jeder Ecke sichtbar. Wir haben z.B. in der Bremer Straße gewohnt in einer Pension mit dem schönen Namen „Zur Waterkant“. Unser Laune war jedoch wegen der neuesten Corona-Nachrichten kurzzeitig am Boden und wir haben überlegt, wie es nun mit dem Urlaub weitergeht. Unser Reiseveranstalter hat uns angeboten uns auszufliegen aber wir haben dankend abgelehnt. Namibia hat eine Inzidenz von 3 und bisher noch keinen bestätigten Fall von Omikron.

Gleich bei Lüderitz liegt eine Halbinsel mit mehreren Viewpoints. Die sind wir abgefahren und dann ging es zu unserer Pension.

Unsere Gastgeber sind in Namibia geboren, sprachen aber ein phantastisches, super-flüssiges Deutsch ohne Akkzent. Man war immer verwundert, wenn sich mal ein grammatikalischer Fehler einschlich. Sehr süß. Vom Balkon hatte man einen wunderschönen Ausblick auf die Bucht. Hier lag eine Kreuzfahrschiff im Hafen. Unsere Vermieterin war ganz aufgeregt, es war das erste Kreuzfahrschiff in Lüderitz seit 2 Jahren. Corona hat Namibia richtig hart getroffen. Viele Menschen, die irgendwie im Tourismusbereich gearbeitet haben, sind arbeitslos geworden. Und in Namibia hilft der Staat nicht mit Überbrückungszahlungen oder ähnlichem. Es geht dann um die pure Existenz. Unsere Pensionsbesitzerin hatte Tränen in den Augen, als sie uns von ihren Problemen in den letzten 2 Jahren erzählte. „Zur Waterkant“ hätte genauso – inklusive Gastgebern – auch in Deutschland liegen können. Der Frühstücksraum war gleichzeitig das Wohnzimmer der Besitzer 🙂

Während uns in Windhoek abgeraten wurde, nach Dunkelheit noch durch die Stadt zu laufen, ist dies in Lüderitz kein Problem. Überall bekam man den Ratschlag, sich nicht wie ein typischer Tourist zu kleiden (wie auch immer der sich kleidet) und sich nicht mit Wertsachen zu behängen. Letzteres konnten wir problemlos umsetzen, wir haben nämlich keine. So untouristisch wie möglich sind wir durch Lüderitz spaziert und haben das Restaurant „The Portuguese Fisherman“ besucht. Es gab wirklich leckeres Essen.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen hatten wir eine Führung in Kolmanskop, einer Geisterstadt wenige Kilometer von Lüderitz entfernt. Hier gab es Anfang des 20. Jahrhunderts eine Diamantenmine. Der Ort hatte daher damals viel zu bieten. Neben Krankenhaus, Casino und Kegelbahn gab es ein Salzwasserschwimmbad, eine Bibliothek, Schule und eine Turnhalle. Die Führung war ganz interessant.

Weiter ging es zum Namtib Biosphere Reserve – unser erster „Farm stay“ in Namibia. Dies ist viel persönlicher als auf einer normalen Lodge. Man ist zu Gast bei den Farmern und alle Gäste essen mit den Gastgebern zusammen an einem Tisch. Wir hatten eine nette Truppe – in Summe 3 Paare aus Deutschland/Österreich und Lynn und Torsten, die die Farm mit den Eltern gemeinsam betreiben. Sie halten Oryx auf dem Land und leben in erster Linie vom Verkauf des Fleisches und von den Besuchern. Chrischi und ich haben eine kleine Wanderung einmal um die Farm gemacht (es geht wieder, Juhu!!!!). Torsten und Lynn versuchen sich in Nachhaltigkeit und möchten gerne autark sein. Gemüseanbau in der Wüste ist aber ein schwieriges Geschäft. Der Wassermangel ist dabei nicht das größte Problem sondern alle anderen hungrigen Tiermäuler abzuhalten, die auf ihrem Land leben und gerne auch frisches Grün kosten würden. Der Gemüsegarten ist der einzige Bereich, der mit Stacheldraht eingezäunt ist.

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