Schon von Deutschland aus hatte der Connaisseur von uns zweien einen Tisch in „The Tug“, einem super Restaurant in Swakopmund, reserviert. Marianne hatte noch einmal hinterher telefoniert und darum gebeten, dass sie uns doch bitte „Tisch 3“ geben, den besten Tisch, den das Restaurant zu bieten hat. Wir saßen direkt an der Fensterfront und man hat von dort den Eindruck, man sitzt direkt über der Brandung. Die untergehende Sonne hat uns zunächst ganz schön eingeheizt 🙂 Die Aussicht war eine Wucht. Das Restaurant liegt direkt am Pier.






Als Vorspeise gab es für mich „Tug Bites“ (vier unterschiedliche Fischsorten, fritiert und mit Tartar-Sauce) und für den Chrischi ein Kabeljau-Carpaccio. Das war schon mal ein guter Start. Ich hatte als Hauptgang dann Seafood Pasta und Chrischi gegrillten Fisch (Kingklip). Als Nachspeise haben wir uns Eis geteilt.



Gegen 8 Uhr am nächsten Morgen haben wir im Supermarkt noch einmal unsere Vorräte aufgefrischt und dann haben wir Swakopmund gen Norden verlassen. Die Bielefelder hatten uns am Tag zuvor von einem Dead Sea Swimminghole in der Wüste erzählt. Da wollten wir auch hin. Die Wegbeschreibung im Internet war jedoch nicht gut und als wir dann die richtige Straße verlassen mussten um quasi querfeldein zum Wasserloch zu kommen habe ich mein Veto-Recht gezogen. Im Nachhinein etwas übertrieben, gebe ich zu. Aber ich dachte, wenn jetzt Google Maps ausfällt, dann sind wir verloren und niemand wird uns jemals finden. Daher sind wir wieder umgedreht und der geplanten Route zur Damara Mopane Lodge gefolgt. Die Tour war mit ca 6 h Fahrzeit ohnehin recht lang.

Auf unserem Weg lag der Brandberg mit der berühmten Felsenmalerei, der „White Lady“. Die Felszeichnungen sind mehrere tausend Jahre alt, man schätzt die „White Lady“ auf ca. 2000 Jahre. Vom Eingang des Parks sind es nur knapp 2,5 km Fußmarsch. Man muss sich einen Führer nehmen, was auch Sinn macht, insbesondere wenn man wie wir Trottel den Fußmarsch in der Mittagshitze macht. Boa, das war heiß, ich habe ganz schön gekämpft. Es gab nur 2 oder 3 Mal einen schattenspendenden Baum am Weg. Glücklicherweise lag die Felsenmalerei im Schatten. Die „White Lady“ ist die prähistorische Zeichnung eines Menschen, die die ersten europäischen Forscher als weiße Frau interpretiert haben. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Jungen, der während eines Rituals zum Medizinmann geweiht wird. Der Rückweg zum Auto war etwas einfacher, wir hatten leichten, erfrischenden Gegenwind und es schoben sich ein paar Wolken vor die Sonne. Die ganze Gegend hatte seit drei Jahren keinen Regen mehr, erzählte Seth, unser Guide. Bei der Kreuzung zum Brandberg hatte uns ein Mann schon nach Wasser gefragt und wir haben ihm eine unser 1,5 l Flaschen gegeben. Dann gab er uns einen Kanister mit mit der Bitte, ihn am Eingang der „White Lady“ Tour auffüllen zu lassen und ihm zurück zu bringen. Der Bitte sind wir gerne nachgekommen.








Nach dem Besuch der „White Lady“ haben wir Robert ein Stück mitgenommen. Robert arbeitet im Nationalpark als Security Guard und wollte in sein Dorf, da am Tag darauf die Taufe seines kleinen Sohnes statt fand. Das durfte er nicht verpassen. Sein Dorf lag nicht auf unserem Weg und hätte einen größeren Umweg bedeutet. Wir haben ihm daher an der Kreuzung abgesetzt, an der die Straße zu seinem Dorf abzweigte. So langsam verlieren wir auch die Berührungsängste. Am Anfang in einem neuen Land ist man ja auch etwas unsicher und bleibt mehr auf Abstand. Einen Tramper vom Straßenrand nehmen wir aber lieber nicht mit, davon wurde abgeraten.


Im der Damara Mopane Lodge haben wir uns zunächst im Pool erfrischt. Neben uns waren noch ein österreichisches Paar und eine südafrikanische Familie in der Lodge. Das war‘s. Die Lodge verfügt über 55 Bungalows – sprich: es war nix los. Am nahegelegenen Berghang gab es eine Plattform, wo man den herrlichen Sonnenuntergang beobachten konnte. Hier haben wir Sylvia und Mike (die Österreicher) kennengelernt. Wir hatten von Sven und Clara schon gehört, dass andere Leute aus Innsbruck auch in Namibia reisen und man kannte sich indirekt. Das waren also Sylvia und Mike. Man läuft sich hier auf den wenigen Lodges halt immer mal wieder über den Weg. Die beiden hatten auch für den Folgetag das gleiche Ziel: die Opuwo Country Lodge. Wir haben gemeinsam zu Abend gegessen und es wurde sehr lustig.


Jeder Bungalow in Damara Mopane verfügt über einen kleinen Gemüsegarten. Das Gemüse wird dann in der Lodge verwertet. Eine schöne Idee.


Der Weg nach Opuwo war ebenfalls lang und bestand nur aus Schotterstraße. Die Landschaft war ein Traum und wir konnten wieder Giraffen, Springböcke, Oryx und einiges mehr sehen. Alleine die Elefanten hielten sich versteckt. Ca. 100 km vor Opuwo änderte sich das Fahrgeräusch plötzlich und da war er, unser erster richtiger Platten. Den Reifen hat es richtig zerfetzt, auch weil wir nicht gleich gespannt haben, was los ist und noch etwas weiter gefahren sind.



Dann hieß es Reifenwechseln bei 34 Grad im Schatten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, das Reserverad aus seiner Halterung (unterhalb der Karosserie) zu befreien, waren wir gut dabei. Als wir kurz davor waren das Reserverad zu montieren, kamen Sylvia und Mike des Weges. Wir haben aber keine Hilfe benötigt und sie nur gebeten, einen Suchtrupp zu schicken, falls wir 2h nach ihnen immer noch nicht in Opuwo wären. Letztendlich waren wir aber wohl nur eine halbe Stunde später als die beiden an der Lodge.


Die Opuwo Country Lodge verfügt über einen Infinity Pool, von da blickt man bis auf die angolaischen Berge. Einfach toll. Das Hauptgebäude ist das grösste Reetdachhaus von Namibia.




