Heute ist der 09.12. – ich habe wieder mal ein paar Tage nachzuholen in diesem Blog.
Am 05.12. haben wir in einer kleinen Gruppe (Sylvia, Mike, Chrischi, ich und unser Guide Emmanuel) von Opuwo aus ein Himbadorf besucht. Das Dorf lag nur knapp 15 km von unserer Lodge entfernt. Für mich war dieser Besuch ein Flashback in die Vergangenheit. Von 1998 bis 2002 habe ich ja an der Forschungsstelle für Humanethologie in Andechs die Himba-Filme vom Eibl inhaltlich erschlossen. Ich habe in den letzten 20 Jahre viel darüber vergessen, ein paar Dinge kamen jetzt aber wieder zurück in die Erinnerung. Und wie damals auf den Filmen sind die kleinen Kinder einfach nur zuckersüß.

Wir wurden dem Chief vorgestellt, wie wir heißen, ob wir verheiratet sind und Kinder haben. Der Chief selber hat drei Frauen. Da es Sonntag war, waren viele Kinder im an sich kleinen Dorf. Der namibianische Staat hat in den letzten Jahren viel in Schulen für die Himba investiert, so dass an normalen Werktagen nur die ganz Kleinen im Dorf sind.

Die Hütten sind aus Ästen und werden mit Lehm und Kuhdung abgedichtet. Die Himba sind ja ein Hirtenvolk und haben Ziegen und Rinder. Rinder konnten wir keine sehen, da sie aufgrund der Trockenheit in andere Gebiete getrieben worden sind. Der Chief hat an einer Kalebasse geschnitzt. Die Kinder waren nach ein paar Minuten sehr anhänglich und wollten ALLE Fotos auf meinem Handy sehen.







Unser Guide Emmanuel hat uns noch mal erklärt, dass unverheiratete Mädchen zwei Zöpfe in das Gesicht tragen. Verheirate Frauen haben so etwas wie Rastazöpfe und reiben diese mit der Ocker-Butter ein, die sie auch auf ihrer Haut verteilen (der Schönheit wegen – und als Sonnen- und Insektenschutz).



Wir durften auch eine der Hütten betreten. Die war so aufgeräumt und es hingen meines Erachtens so wenig Alltagsgegenstände wie Töpfe und so an der Wand, dass sich der Verdacht aufdrängte, dass diese Hütte nur für Besucher gedacht ist. Ist aber wurscht. Mit einem Kuhschwanz oder besser gesagt mit der Quaste wird die Hütte gefegt. Zwei junge Frauen haben uns gezeigt wie man die rote Butter für die Körperpflege herstellt und eine hat noch einen Kopfputz aufgesetzt, der bei der Hochzeit getragen wird.


Traditionell sind Hochzeiten bei den Himba arrangiert. Es geht aber auch, dass man in der Schule oder so seinen Partner kennenlernt. Unser Guide ist Herero und hat eine Himba-Freundin mit der er ein gemeinsames Kind hat.
Einen Bereich im Dorf sollten wir vermeiden, da brennt das sogenannte heilige Feuer und der Bereich ist sakral. Kein Problem. Kurz vor unserem Abschied haben die Frauen und Kinder uns Schmuck oder Schnitzereien verkauft. Ich habe zwei Armbänder erstanden. Emmanuel hatte auch einen großen Sack Maismehl und Speiseöl als Gastgeschenk dabei. Mike hat viel im Dorf fotografiert und mir ein paar Bilder geschickt. Ich darf sie für den Blog benutzen und habe sie unnötigerweise gekennzeichnet. Man hätte die Profibilder ohnehin erkannt. Wir mussten uns von den beiden verabschieden, für sie ging es zum Etosha Nationalpark.


Am nächsten Tag hatten Chrischi und ich eine private Tour ebenfalls mit Emanuel zu den Epupa Falls. Die Wasserfälle liegen ganz im Norden von Namibia, an der Grenze zu Angola und 180 km Schotterstraße von Opuwo entfernt. Emmanuel schätze 3 Stunden für den Hinweg. Wir haben noch an einem imposanten Baobab Baum einen Foto-Stopp gemacht.


Bei den Epupa Falls angekommen, gab es zunächst eine Panorama-Ansicht. Dazu sind wir auf Himba-Privatgelände gefahren und der dortige Chief nimmt eine Gebühr von 40 namibianische Dollar pro Person (ca. 2,50 EUR). Der Wasserstand ist noch recht niedrig, da die Regenzeit erst bald richtig startet. Die Oase dort am Epupa River ist jedoch super schön. Rund herum nur Wüste und karge Landschaft und dann Palmen. Bei Hochwasser gibt es hier auch Flusspferde und Krokodile.






Noch ein Eindruck zu Opuwo – der Stadt in der unsere Lodge lag. Wir hatten alle den Gedanken, nun im „richtigen Afrika“ angekommen zu sein. Während Lüderitz und Swakopmund ja sehr durch die deutsche Kolonialzeit geprägt sind und Windhoek als größte Stadt auch „europäisch“ ist, ist das Stadtbild von Opuwo doch sehr anders. Es laufen Himba-Frauen in ihrer Tracht durch den Ort, viele Tragen ihre Lasten auf dem Kopf. Es geht alles noch viel langsamer vor sich, es gibt lokales Streetfood am Straßenrand zu kaufen etc. Wir haben in Opuwo einen neuen Ersatzreifen gekauft – die Werkstatt sucht auch seinesgleichen.

Am 07.12. ging es für uns auch in den Etosha Nationalpark. Vorher haben wir in Opuwo noch einmal getankt und Proviant eingekauft. Marianne von Afrika Profile Safari hatte uns erzählt, dass alle Lodges im Nationalpark staatlich betrieben werden. Sie prophezeite, dass wir nirgendwo so schlecht essen würden wie im Nationalpark. Sie sollte in etwa Recht behalten.

Von Opuwo sind es nur ca. 2 h Fahrtzeit (Teerstraße – Juhu!) zum Galton Gate – einem der Zufahrten zum Etosha Nationalpark. Wir haben unsere Gebühr bezahlt, unseren „permit“ ausgehändigt bekommen und los ging es. Im Osten des Parks gibt es nicht so viele Wasserlöcher, aber die hatten es in sich. Wir hatten unsere erste Elefanten-Sichtung und auch ansonsten gabe es neben den Giraffen, Zebras, Oryx auch viele Gnus und Impala zu sehen. Wir standen am letzten Wasserloch vor unserer Lodge (Dolomite Lodge) und es kam ein silberner Polo daher. Was soll ich sagen: wir waren wieder mit Sven und Clara vereint. Die beiden hatten sich auch in Dolomite für die Nacht angemeldet. Und so hatten wir dann einen lustigen Nachmittag am Pool und ein gemeinsames Abendessen. Das Essen war sogar ganz lecker.





Wir hatten beschlossen gleich ganz früh am nächsten Morgen loszufahren um am Vormittag schöne Tierbeobachtungen machen zu können. Tatsächlich sind wir auch von Löwengebrüll geweckt worden. Am nahegelegenden Wasserloch waren ein paar junge Männchen. Leider konnten wir dort nicht hin. Der Mitarbeiter, der für die Abrechnung zuständig war, war noch nicht in der Lodge…. Als wir dann unsere Rechnung begleichen und zum Wasserloch fahren konnten, war keine Löwe mehr weit und breit zu sehen.









Ziel für den nächsten Tag war Okaukuejo – eine Lodge in der Mitte des Nationalparks. Diese ist komplett umzäunt und man kann sich des Nachts frei auf dem Areal bewegen. In Dolomite sollte man das besser nicht machen. Direkt in Okaukuejo liegt das Wasserloch. Dies wird bei Dunkelheit (sanft) beleuchtet. Und als wir nach unserem mißglückten Versuch zu Abend zu Essen zum Wasserloch kamen, fanden wir dort bis zu sieben Spitzmaulnashörner vor. Ein Wahnsinn!!!! Ansonsten war der Service in der Lodge unterirdisch. Dabei belasse ich das mal.


Heute haben wir den westlichen Teil des Nationalparks durchquert. Es gab auch einen kurzen Abstecher in die Etosha Pan – die riesige Salzpfanne im Nordwesten des Parks.

Und kurz nach der Lodge mit dem schönen Namen „Halali“ war es dann soweit: es lagen zwei Löwinnen unter einem Baum im Schatten. Wir freuen uns wie Bolle!!!!

