Game Drives und Ovambo Kultur

An unserem dritten Etosha-Tag sind wir am Nachmittag im Osten aus dem Park herausgefahren, um unsere Unterkunft zu erreichen. Es ging noch knapp 10 km vom Van Lindequist Gate zur Mushara Lodge. Diese Lodge war bisher die luxuriöseste Lodge des Urlaubs. Die Bungalows waren riesig und richtig geschmackvoll eingerichtet, ebenso das Haupthaus mit Restaurant. Mit uns war noch ein anderes Paar zu Gast. Wir hatten aber keine Gelegenheit mit denen zu reden. Der Speiseplan ist übrigens in allen Lodges vergleichbar. Gerne wird als Vorspeise Griechischer Salat (in allen Interpretationsformen) angeboten und als Hauptspeise hatten wir häufig „Hake Filet“ – also Hechtfilet. Die Beilagen können variieren.

Wir haben uns ob der schönen Behausung am nächsten Morgen etwas Zeit gelassen mit Frühstück etc. Am Abend hatte es geregnet und auch dieser Tag war unser erster Tag in Namibia, der wolkenverhangen startete (Nebel in Swakopmund nicht mitgerechnet). Die Temperaturen blieben daher auch lange um die 20 Grad und es war sehr angenehm. Wir sind dann wieder in den Etosha Park hineingefahren und haben zunächst den Dik Dik Drive genommen. Von dort wurden Leopardensichtungen gemeldet. Wir haben also jeden möglichen Schlafbaum abgesucht und haben eigentlich nur kurz angehalten, weil auf einem der Bäume ein großer Raubvogel saß. Chrischi hat die gerissene Antilope zuerst gesehen und dann sah ich etwas Gepunktetes nur wenige Meter daneben im Gras liegen. Kein Leopard aber ein Gepard. Wahnsinn!!!! Er hatte schon ein wenig an seinem Springbock geknabbert und ruhte sich jetzt aus.

Wir sind dann gen Norden zum King Nehale Gate gefahren und von dort auf eine B-Straße (tipptopp geteert) weiter nordwärts. Ziel war die Ongula Village Homestead Lodge. Das Volk der Ovambo bietet eine Lodge an mit der Möglichkeit, das dörfliche Leben dort kennenzulernen. Zudem betreiben sie eine Akademie, mit den Lehrinhalten Tourismus (Koch, Manager oder Service), Agrar und Schneiderei. Ein interessantes Projekt.

Am nächsten Tag haben wir mit zwei Frauen des Dorfes gemeinsam getöpfert – nun ja – wir haben unser Bestes versucht und hatten hier und da auch ordentlich Hilfe. Chrischis Gefäß wird bestimmt auf ewig in Ehren gehalten. Chrischi bestand darauf, dass es bei Hochzeiten zum Einsatz kommen soll. Die Frauen fanden das so lustig, dass ich mich nicht wundern würde, wenn sie die Schale immer mal wieder herauskramen, nur um sich den lustigen Vormittag in Erinnerung zu rufen.

Dann haben wir uns ein wenig ausgeruht – es war wieder sehr, sehr heiß und schwül. Am Nachmittag zuvor waren wir in der Shebeen (Bar) im Nachbardorf. Die Bar ist mit Metallstäben vor zu aufdringlichen Gästen gesichert. Kommunikation mit der Barfrau war etwas schwierig. Wir wurden auch so intensiv angestarrt, dass wir langsam den Rückzug angetreten haben.

An diesem Nachmittag stand die Homestead-Tour auf dem Programm. Mittlerweile waren ein weiteres deutsches Paar und eine Frau aus Angola angekommen und sie waren mit von der Partie. Neben dem Besuch der Akademie sind wir in den Kraal der Familie gegangen und haben gelernt, wie dieser aufgebaut ist. Die Frauen der Familie haben dann für uns Getreide und Mopane-Nuss zerstoßen und uns gezeigt wie die traditionellen Körbe geflochten werden. Dann gab es einen selbstgebrannten Schnaps und als krönenden Abschluss ein paar Termiten zur Verkostung. Richtig gelesen. Die Termiten werden gesammelt, von den Flügeln befreit, gekocht und dann getrocknet. Und schon hat man einen proteinreichen Snack. Guten Appetit. Tatsächlich schmeckten sie gar nicht so schlecht.

An diesem Abend gab es für uns Gäste traditionelles Essen. Darauf haben wir uns schon sehr gefreut und es hat auch gut geschmeckt. Wir saßen alle draußen und haben uns sehr nett unterhalten. Es stellte sich heraus, dass die beiden Deutschen (Annika und Johannes) Winzer an der Mosel sind. Chrischi hat dann im tiefsten Namibia über deren Onlineshop gleich ein paar Flaschen bestellt, nachdem er erfahren hatte, dass sie ihre Weine auch an das Esszimmer in München (2-Sterne Restaurant) liefern. Annika hat für mich und Gela noch eine Flasche Sekt (ihr Steckenpferd) hinzugefügt. @Gela – den lassen wir uns nächstes Jahr schmecken !!!! Ein Hoch auf den Winzersekt.

Den Namen der Frau aus Angola habe ich leider schon wieder vergessen. Sie kam ursprünglich aus Namibia ist aber schon vor vielen Jahren in den Norden Angolas gezogen und arbeitet dort an einer internationalen Schule. Was aber super spannend war, war ihr Engagement für Tiere. Das geht so weit, dass sie Schimpansen in ihrer Gegend, die in erbärmlicher Gefangenschaft leben müssen, kauft und versucht, diese in Auffangstationen (Sanctuary) zu schicken. Leider ist das mit unendlich viel Papierkram und Bürokratie in Angola verbunden und der Prozess dauert ewig, so dass sie derzeit 3 Schimpansen selber pflegt. Man lernt so interessante Menschen und ihre Geschichten kennen. Das ist mir am Reisen fast das Liebste.

Wir waren ja schon im Norden Namibias, nicht weit entfernt von der Grenze zu Angola. Nun sind wir von dort nach Osten gefahren, bis nach Rundu. In Rundu haben wir zunächst einen PCR Test gemacht für den Grenzübertritt nach Botswana und sind dann zur Kaisosi River Lodge gefahren. Genau River – hier im Nordosten ist Namibia nämlich nicht so trocken – es wurde mit jedem Kilometer grüner. Nachteil ist, dass wir uns im Malaria-Gebiet befinden. Wir haben uns aber mit viel Mückenspray eingedeckt und hier gibt es überall Moskitonetze. Da die Regenzeit gerade erst angefangen hat, ist die Zahl der Moskitos auch noch sehr gering.

Am 13.12. sind wir weiter bis zur Nunda River Lodge am Kavango gefahren. Wir haben unsere ersten Hippos und Krokodile gesehen, aber in einiger Entfernung und daher schwierig zu fotografieren. Wir denken, dass können wir dann im Chobe Nationalpark besser machen. Heute waren wir an den Popa Falls und im Mahango Game Reserve, beides liegt im Bwabwata Nationalpark nur wenige Kilometer von der Nunda River Lodge entfernt. Das Mahango Game Reserve ist natürlich winzig im Vergleich zum Etosha aber total reich an Tieren. Durch die andere Vegetation gibt es hier Arten, die nur hier in Namibia vorkommen, z.B. die Säbelantilope oder der Büffel. Büffel haben wir heute auch gesehen, aber auch nur in der Ferne. Daher gibt es kein Foto. Von unserer Veranda blicken wir auf den Fluss und können Hippos beobachten. 🦛🦛 🦛

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