Alarm für Kobra 11

Am 14.12. – noch einmal herzliche Glückwünsche nachträglich an meinen Neffen Jan-Theo 🙂 – sind wir gen Botswana aufgebrochen. Zunächst mussten wir noch auf das PCR Testergebnis warten. Wir waren extra am Sonntag zum Testen gegangen, um das Testergebnis rechtzeitig vor Grenzübertritt zu erhalten. Da wir aber die einzigen waren, die an diesem Tag eine Probe abgegeben hatten, wurde unser Abstrich erst analysiert, als genügend Proben für einen PCR-Lauf vorhanden waren. Das war erst Dienstagvormittag. Aber um 9 Uhr war alles klar und es konnte losgehen.

Wir sind durch den gesamten Caprivistreifen gefahren. Hier ist Namibia sehr schmal, nördlich ist Angola, südlich bereits Botsuana. Die Fahrt war total problemlos: eine B-Straße (geteert), keine Kurven und kaum ein anderes Auto unterwegs. Gebremst wurde nur für Ziegen und Rinder, die am Straßenrand grasten und ab und an auf die Straße liefen. Daher waren wir bereits 3,5 Stunden später an der Grenze.

Der Grenzübergang war interessant. Wir mussten uns an 4 Stellen in irgendwelche Bücher eintragen: Immigration Namibia, irgendein Zelt im Grenzgebiet, Botsuana Gesundheitscheck, Botsuana Immigration. Überall mussten wir Reisepassnummer, Kennzeichen und Fahrgestellnummer eintragen – kein Mensch hat kontrolliert, was wir da eigentlich eintragen. Einzig beim Check des PCR-Testergebnisses kam etwas Digitalisierung ins Spiel, da der QR-Code tatsächlich gescannt wurde. Dann mussten wir noch 152 Pula für den Autogrenzübertritt bezahlen. Im Immigration Büro war aber der Empfang für das Kartenlesegerät nicht so toll und die Grenzbeamtin lief mit dem Lesegerät durch das Zimmer, bis sie endlich eine Stelle gefunden hatte, wo die Transaktion klappte. Da wir mal wieder die einzigen waren, waren die Formalitäten nach einer guten halben Stunde erledigt.

Kasane heißt der Ort, in dem wir die nächsten Tage bleiben. Er liegt direkt am Chobe Nationalpark, der Park mit einer der größten Elefantenpopulation der Welt. Botsuana ist ein Afrika-Einsteigerland. Den Leuten geht es hier – normalerweise – deutlich besser als denen im Nachbarland Namibia. Das macht sich auch gleich im Stadtbild von Kasane bemerkbar, alles ist besser im Schuss und alle sprechen ein hervorragendes Englisch. Was auch sofort auffällt ist, dass niemand fragt, ob er auf dein Auto aufpassen darf. In Namibia verdienen sich die Ärmsten der Armen so ein paar Dollar hier und da dazu. In Kasane gibt es das nicht. Die Kriminalitätsrate ist auf dem Niveau von Mitteleuropa. Und alles nur – so denke ich – weil die Bodenschätze des Landes dem Land selber gehören und nicht irgendwelchen ausländischen „Investoren“. Vor einigen Monaten habe ich mal den Spielfilm „A United Kingdom“ über die Geschichte Botsuanas nach dem 2. Weltkrieg gesehen und kann den nur empfehlen (https://de.wikipedia.org/wiki/A_United_Kingdom). Dennoch befinden wir uns hier nicht im Sozialstaat Deutschland. Wenn also die Touristen weg bleiben wie jetzt gerade, dann ist das für viele, viele Leute eine richtige Katastrophe, weil sie nicht wissen womit sie ihr Essen bezahlen sollen.

Wir sind im „Old House“ abgestiegen. Die Anlage hat einen schönen Garten und ein luftiges Restaurant unter einem Reetdach. Jede der Lodges in Kasane liegt am Chobe River und besitzt einen Bootssteg für Safarifahrten über den Fluss.

Am nächsten Morgen haben wir uns den Wecker extrem früh gestellt. Um 5 Uhr fing er an zu bimmeln. Wir haben schnell unsere 7 Sachen gepackt und sind mit dem eigenen Auto in den Nationalpark gefahren. So früh am Morgen sind Tiersichtungen normalerweise eher wahrscheinlich. Leider nicht so bei uns. Wir haben eigentlich nur Schwarzfersen Impalas gesehen, davon aber jede Menge. Und ja, in der Ferne im und am Fluss konnten wir auch Flusspferde, Büffel und eine Menge Vögel sehen. Ansonsten ist Chrischi wie ein Profi über die Sandpisten gefahren. Erst später am Vormittag – wir waren bereits auf dem Rückweg – kamen die ersten Elefanten in Sicht und dann auch der Wasserbock, eine weitere Antilopenart. Wir hatten dann noch zwei Aufreger. Leider haben wir es geschafft, mit 30 Stundenkilometer ein Afrikanisches Borstenhörnchen zu überfahren. Es ist direkt unter unseren Reifen gelaufen. Keine Chance rechtzeitig zu bremsen. Und dann entpuppte sich ein Stock auf der Piste als eine ca. 2 Meter lange Kobra die sich urplötzlich mindestens einen Meter in die Höhe streckte als wir zu nahe kamen. Das ging so schnell, ich habe sie gar nicht gesehen, Chrischi ist der Schreck aber in die Glieder gefahren. Wir hatten ja die Fenster auf. Die Schlange hat dann aber das Weite gesucht. Im Nachhinein haben wir gelernt, dass Kobras ihr Gift bis zu einen Meter weit spucken können.

Für den nächsten Tag hatten wir eine Boat Cruise auf dem Chobe River gebucht. Es ging aber erst um 15 Uhr los. Ich bin am Vormittag ein wenig durch Kasane geschlendert und habe Kleinigkeiten an dem ein oder anderen Stand gekauft. Am letzten Stand konnte der Verkäufer nicht wechseln. Wir sind dann gemeinsam über die Straße zum Stand seiner Großmutter gelaufen und die zog das Wechselgeld aus ihrem BH. Eine Verkäuferin an einem anderen Stand erzählte, dass viele Leute in Botsuana geimpft seien und dass es an der Hauptstraße in Kasane eine Art „Impfzentrum“ gäbe.

Wir haben unsere Bootsführerin um halb drei getroffen. Zunächst war nicht ganz klar, ob wir fahren können, denn genau zu dieser Zeit war in der Nähe ein Gewitter und der Wind sehr kräftig. Das Wetter ändert sich aber immer schnell und so ging es los mit einem kritischen Blick zum Himmel. Wir hatten ein kleines Boot mit 8 möglichen Plätzen, Chrischi und ich waren aber allein. Im Chobe River gibt es eine Insel, die sehr begehrt ist bei Hippos, Wasserbüffeln und in der Trockenzeit auch bei Elefanten. Die Hippos kommen aus dem Wasser raus zum Grasen. Vom Boot hatten wir einige tolle Sichtungen, auch zwei Bullen die gekämpft haben. Mit dem Fernglas sah man bei einigen Flusspferden Narben auf dem Körper, diese Kämpfe sind echt heftig. Man sollte den Flusspferden den Weg zum Wasser nicht versperren, sonst können sie ungemütlich werden. Einmal ist ein Hippo nicht weit von unserem Boot urplötzlich aufgetaucht. Da hat unser Guide aber Gas gegeben … Unser Boot war zu klein, um einem aufgebrachten Nilpferd Stand zu halten. Daher kein Risiko eingehen und lieber Abstand halten.

Krokodile waren auch zu sehen. Einge lagen im Wasser, andere an Land. Tatsächlich greifen die Tiere nur im Wasser an, daher kann man sich ihnen am Land wohl gefahrlos nähern. Ohne fachliche Führung würde ich das aber nicht ausprobieren. Wir waren 3 Stunden unterwegs und die Zeit verging wie im Flug. In der Coolbox hatten wir auch ein Bierchen mit – so läßt es sich leben.

Chrischi mit den Hobbit-Füßen

Zum Abendessen sind wir in ein indisches Restaurant gegangen. Wir wollten mal etwas anderes als Steak, Hechtfilet oder Burger essen.

2 Kommentare zu „Alarm für Kobra 11

  1. Hallo ihr zwei,
    Nach einem Jahr haben wir jetzt auch geschnallt, dass ihr diesen Blog schreibt.
    Das sind echt super Berichte mit tollen Bildern. Wir wünschen euch noch ganz viel Spaß in Botswana!!! Uns hat es dort auch sehr gut gefallen.
    Liebe Grüße Rosi und Tom

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