
Unsere letzte Lodge in Ghanzi/Botsuana hat leider verloren. Hauptsächlich wegen erneuten Regens – wir waren daher – bis auf die Essenszeit – nur in unserem „Zelt“, einem Haus auf Stelzen mit Zeltwänden. Vor der Tür war Weltuntergang. Auch hier: wenn das Wetter besser gewesen wäre, wäre alles cool gewesen. So ging halt nicht viel. Das Essen war aber gut. Ich hatte Oryx-Eintopf mit Kartoffeln, einfach aber lecker. Fotos gibt es vom Camp nicht.
Wir haben uns einen Breakfast-Basket packen lassen und sind früh abgefahren. Es regnete nicht mehr und wir haben auch problemlos die Grenze nach Namibia überqueren können. Unsere PCR-Tests waren glücklicherweise erneut negativ – puh. Wir sind wieder im Vondelhof Guesthouse abgestiegen, haben Blog geschrieben und gechillt. Am Abend ging es auf ein Bier wieder in Joe‘s Bierhaus (wir hatten den selben Kellner wie vor 4 Wochen, er hat uns auch wieder erkannt). Der Abwechslung halber sind wir aber dann zum Essen in die „The Stellenbosch Wine Bar“ gefahren. Man hat auch da gemerkt wie akklimatisiert wir schon sind. Vor 4 Wochen waren wir so unsicher und vorsichtig und haben uns ein ein Taxi genommen. Jetzt sind wir selber wie die Pros durch Windhoek gedüst.


Der Flieger nach Kapstadt ging erst kurz vor 14 Uhr am nächsten Tag. Wir haben daher am Vormittag in aller Ruhe unsere Sachen gepackt, erste Weihnachts-Telefonate geführt und gewartet. Gegen 11 Uhr haben wir uns auf den Weg zum Flughafen gemacht. Wir sind an der Namibianischen Interpretation der Bremer Stadtmusikanten vorbeigefahren (Wasserbüffel, Löwe, Warzenschwein, Pavian).

Der Flug war unkompliziert, fast pünktlich und nur halb voll. Am Flughafen in Kapstadt lief die Einreise auch unproblematisch. Wir haben gleich eine SIM-Karte gekauft, Geld gezogen und dann stand da auch schon die nette Dame von der südafrikanischen Travelagency. Sie hat uns zum Europcar-Autoverleih begleitet und uns noch ein paar Tipps für die Reise gegeben. Und ab ging es über die N2 nach Kapstadt.
Unsere Unterkunft lag im Stadtteil „Sea Point“, hier kann man auch bei Dunkelheit problemlos zu Fuß durch die Straßen laufen. Die ersten Nachrichten im Radio auf der Fahrt zum „Sundown Manor“ handelten aber von aktuellen Morden und tot aufgefundenen, vermissten Personen in Kapstadt. Das hinterlässt ein komisches Gefühl. Wir wurden sehr nett in unserer Unterkunft in Empfang genommen. Unser Vermieter empfahl ein Restaurant in der Nähe, „The Greek Fischerman“. Wir sind da auch hingegangen und zunächst begann alles ziemlich schräg. Wir hatten uns zur Feier des Tages – nun in Südafrika zu sein – einen Aperitif bestellt. Der Sekt perlte aber NULL. Reklamiert und nach 20 Minuten (!) gab es einen neuen Versuch. Den konnte man super trinken. Dann kam irgendwann die Flasche Wein, und die war bereits geöffnet gewesen und es fehlte mindestens 1/3 des Inhalts. Erneut reklamiert, es kam eine neue Flasche. Danach lief dann aber alles glatt und man hat den Sekt von der Rechnung genommen und uns ein Dessert als Entschuldigung ausgegeben. Daher war der Besuch im Restaurant im Nachhinein echt OK.
Wir haben zeitig am nächsten Morgen gefrühstückt und sind dann zum Tafelberg gefahren. Wir mussten auch nicht lange anstehen und dann ging es hoch, in einer sich drehenden Gondel schweizer Fabrikats. Zu normalen Zeiten passen 65 Leute in die Gondel, zu Corona-Zeiten sind es 20. Das Plateau konnte man problemlos umrunden und wir hatten tolle Sicht auf Kapstadt und die Berge in Richtung Kap der Guten Hoffnung.








Danach sind wir zur Waterfront gefahren. Chrischi hatte seine einzigen festen Schuhe in Maun für Bedürftige gespendet und brauchte daher neue. Am Abend stand auch der Besuch in der „Aubergine“ an, einem sehr guten Restaurant, was der Chrischi auch schon von Deutschland aus reserviert hatte. Da konnte er schlecht mit Crocs erscheinen. Daher schnell in einen Sportladen, Turnschuhe kaufen, dann die Waterfront erkunden. Wegen der Feiertage war ganz schön was los.









Für die Fahrt in die „Aubergine“ haben wir uns ein Uber bestellt. Der Abend war sehr schön, das 6-Gänge-Menü lecker und selbstverständlich auch die Weinbegleitung dazu.





Für den nächsten Tag hatten wir einen Kochkurs im Stadteil Bo-Kaap gebucht. Hier gibt es viele bunte Häuschen. Es gab malayische Küche (Samosa, Curry, „Naan“). Wir haben gekocht und dann lecker gegessen. Schließlich sind wir an einen Strand in Camps Bay gefahren. Wegen der Feiertage war dort wieder die Hölle los. Wir haben uns das rege Treiben sehr gerne angeschaut. Die Wassertemperatur ist echt kalt – das Wasser kommt direkt vom Südpol.






Heute haben wir einen Ausflug zum Cape Point (Kap der Guten Hoffnung) gemacht. Die Halbinsel ist leicht von Kapstadt aus zu erreichen. Der Eintritt in den Nationalpark ist für Ausländer deutlich teurer als für Leute aus Südafrika (360 Rand im Vergleich zu 90 Rand) – aber was soll‘s. Der Park war schön und man hatte tolle Blicke auf den Atlantik. Cape Point ist der südwestlichste Zipfel Afrikas.













Von dort ging es nach Stellenbosch. Wir sind auf dem Weg an einem großen Township vorbeigekommen. Das war sehr beeindruckend – auf eine spezielle Art. Wir hatten den Eindruck, dass aber alle ausgeflogen waren. Die Strände, an denen wir vorbeikamen waren so gepackt voll mit Leuten, dass eigentlich keiner mehr im Township hätte sein können.
Jetzt sitzen wir in Stellenbosch in der „De Zalze Lodge“ auf unserem Balkon. Unsere Ferienwohnung ist locker größer als unsere Wohnung in München. Wir haben zwei Balkone – und eine Küche! Das nutzen wir aus und kochen selber. Es steht Spaghette alla vongole auf dem Speiseplan. Nach all dem ständigen Essengehen freuen wir uns voll.


