Unsere Unterkunft „De Zalze Wine Estate“ hat neben Gästebeherbergung noch einen Golfplatz und selbstverständlich wird Wein produziert. Wir haben gelernt, dass eine Winery Trauben auch verkaufen und vor allem ankaufen kann für die Weinerzeugung. Dagegen produziert ein Wine Estate den Wein zu 100% aus selbstangebauten Trauben. Zunächst ging nicht viel davon, da seit Sonntag 20 Uhr (wir waren gerade fertig mit Kochen/Essen/Abwaschen – Gott sei Dank) kein Strom mehr vorhanden war. Am nächsten Morgen ging es erst einmal so weiter. Nur an der Rezeption war Strom – ansonsten nada.
Am Montag war das Wetter semi-gut. Es war etwas wolkenverhangen und am Morgen hat es auch mal geregnet. Wir sind nach Stellenbosch ins Zentrum gefahren. Der Ort ist ganz hübsch, es gibt einige nette Häuschen im Holländischem Stil und sogar ein richtiges Ortszentrum mit einigen Geschäften. Da der 2. Weihnachtstag auf einen Sonntag gefallen ist, war daher am Montag auch noch mal Feiertag um das auszugleichen. Somit war vieles geschlossen. Für den Folgetag hatten wir eine geführte Weintour gebucht, daher wollten wir am Montag eigentlich etwas anderes unternehmen. Nur leider war alles andere zu. Daher waren wir quasi gezwungen bereits am Montag mit einer kleinen Weinverkostung anfangen. Da kann man nichts machen. 😜

Das erste Weingut, was wir angesteuert haben hieß Delaire Graff Estate. Das war sehr, sehr schnieke. Aber man ließ uns leider den Wein nicht auf der Terasse trinken. Daher sind wir wieder gefahren. Etwas weiter auf dem Weg in die Hügel und Berge um Stellenbosch lag das Boschendal Wine Estate. Hier konnte man sich schön im Außenbereich hinsetzen. Es gab noch eine Metzgerei und weitere Souvenirshops sowie ein kleines Kunstmuseum auf dem Areal. Wir sind dann weiter gefahren, haben aber die Finger von weiterem Wein gelassen da wir auf unserem „eigenen“ Estate einen Gutschein zur Weinverkostung hatten. Den wollten wir am Nachmittag einlösen.



Als wir zurück zur „De Zalze“ kamen, gab es immer noch keinen Strom. Aber es gab Wein und man konnte uns auch ein Häppchen zu Essen herbeizaubern (Käse- bzw. Wurstplatte mit Brot). Das Wetter wurde immer besser und es ging dann noch einmal in Pool. Nun war auch der Strom zurück. Puh. Wenn alles so hübsch um einem herum ist, die Gärten tipptopp im Schuß sind, dann ist so ein Stromausfall interessanterweise nerviger als z.B. in Nepal. Da rechnet man damit.

Am nächsten Morgen um 9:30 Uhr wurden wir zur gebuchten Weintour abgeholt. Wir empfanden die Uhrzeit als recht früh um gleich mit Alkohol loszulegen. Es war noch ein weiteres Paar mit dabei, ein Ehepaar aus Kalifornien, die aber in Südafrika wohnen und arbeiten.

Als kulinarische Begleitung zur ersten Verkostung gab es Schokolade. Beim zweiten Winzer wurde Käse dazu gereicht. Dann gab es ein leckeres Mittagessen (mit Wein) und danach wurde ein drittes Weingut in Franschhoek angesteuert. Der Tag war sehr interessant. Unser Guide hat uns dann noch ein schönes Restaurant in Stellenbosch für den Abend empfohlen. Dort sind wir dann mit einem Uber hingefahren – sicher ist sicher.

Mittwoch ging es dann weiter über die malerische Route 62 in Richtung Garden Route. Es war eine längere Fahrt aber wir konnten einige schöne Stopps machen und Fotos schießen. Gehalten haben wir unter anderem im „Barn on 62“ im Montagu und bei „Ronnies Sex Shop“. Letzterer ist gar kein klassischer Sex Shop. Das Wort „Sex“ an der Wand war ein Gag von Ronnies Freunden, entpuppte sich aber als Verkaufsschlager. Die Bar ist jetzt mit Dessous geschmückt, um das verruchte Image weiter zu fördern. Irgendwo auf der Route 62 haben wir das Flüsschen „Hoops“ überquert.





Bei Oudtshoorn ging es dann wieder gen Küste. Wir haben Mossel Bay links liegen gelassen. Es war schon Nachmittags und wir wollten so langsam ankommen. Es ging dann die N2 weiter bis Knysna und unserer Unterkunft Stannards Guest Lodge. Hier wurden wir herzlich von den Betreibern empfangen. Die Familie Montgomery hat die Lodge erst vor 3 Monaten vom Vorbesitzer übernommen. Die Töchter sind in den Semesterferien zu Hause und packen mit an. Wir durften uns den Familiengrill ausleihen und dann wurde erst einmal eingekauft. BBQ heißt auf Afrikaans übrigens „Braai“, Chrischis neues Lieblingswort.

Gestern haben wir Knysna erkundet. Die Stadt liegt an einer großen Lagune. Der Zugang zum Indischen Ozean ist nur durch eine schmale Stelle möglich, die von zwei Sandsteinklppen, den „Heads“ begrenzt wird. Da wird das Wasser durch den Wellengang des Meers urplötzlich sehr rau. Der Hafeneingang ist laut Reiseführer einer der gefährlichsten der Welt. Ganz in der Nähe liegt das „East Head Cafe“, dort haben wir lecker zu Mittag gegessen. Am Abend waren wir mit den Montgomerys in der Bar der Lodge und haben uns richtig nett unterhalten.



Heute sind wir am Vormittag zum Wild Oats Community Farmers Market gefahren. Heute – am Silvesterabend – wird wieder der „Braai“ angeschmissen. Wir haben eine Flasche MCC (Südafrikanischer Cremont wenn man so will) kalt gestellt, die wir später mit den Montgomerys köpfen und auf das neue Jahr anstoßen werden.
Auf dem Weg zurück nach Knysna sind wir am schönen Strand von Buffalo Bay vorbeigefahren.



Ein frohes neues Jahr an alle lieben Leser!!!!