Der Weg ist das Ziel

Den letzten Abend auf dem Campingplatz bei Tarifa krönte ein wunderbarer Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen sind wir erst einmal nach Tarifa gefahren, haben die Altstadt durch die Puerta de Jerez betreten und sind ein wenig umhergeschlendert. Wir haben uns die Kirche angeschaut und während des Frühstücks auf einer Parkbank mit dem Geburtstagskind Sven telefoniert.

Es ging weiter Richtung Gibraltar. Man sah den Felsen schon von der Ferne und zunächst wollten wir auch über die Grenze in die britischen Gefilde. Tatsächlich soll – neben Wehranlagen und einem Tunnelsystem aus dem 2. Weltkrieg – das „Sehenswerte“ sein, wenn man plötzlich einem Bobby oder einer roten Telefonzelle gegenübersteht und eigentlich Mitten in Spanien ist. Mit dem Auto die Grenze zu passieren ist keine gute Idee. Brexit und Covid machen die Sache nicht gerade einfach. Normalerweise parkt man auf einem Touristenparkplatz in La Linea und läuft die letzten Meter. Wir haben kurz überlegt dies zu tun aber wollten dann doch lieber weiterfahren. Daher gibt es an dieser Stelle nur Fotos vom Felsen und einer kurzen Luftvolleyball-Aktion von mir.

Vorzug vor Gibraltar hat das Städtchen Ronda von uns bekommen. Und ich glaube, wir lagen da goldrichtig. Ronda liegt in der Provinz Malaga, ca. 1 h Fahrtzeit von der Küste etwas im Landesinneren, das heißt es ging bergauf und bergab und wir hatten einige schöne Ausblicke von der Strecke. Ronda ist auch maurisch geprägt und es gibt noch einige Sehenswürdigkeiten aus dieser Zeit (z.B. die Puente Viejo, die alte Brücke). Die Hauptattraktion ist jedoch die neue Brücke, die Puente Nuevo, die aus dem 18. Jahrhundert stammt. Beide brücken verbinden die Stadtteile die auf beiden Seiten der Schlucht „Tajo de Ronda“ liegen.

Wir waren an einem Montag in Ronda – das ist nie eine gute Idee – viele Restaurants haben am Montag Ruhetag und daher konnten wir unsere Favoriten nicht besuchen. Wir haben daher in einer Cafeteria direkt an der Brücke etwas vorgeglüht. Dann haben wir uns zu Fuß auf die Suche nach einem Restaurant gemacht. Wir haben dann eine Bar (Restaurant Casa Ortega) gefunden, die auch früher am Abend warme Gerichte serviert hat und waren sehr zufrieden. Übernachtet haben wir wild auf einem der Aussichtsparkplätze in der Nähe von Ronda.

Am nächsten Tag waren wir am Abend bei Olivier und Nieves in Mijas eingeladen (öh – eigentlich haben wir uns selber eingeladen). Daher sind wir von Ronda wieder an die Küste mit einem kleinen Abstecher nach Canete la Real. Von weitem haben wir eine kleine Burg gesehen. Wir haben einige Anstrengungen auf uns genommen diese dann auch zu finden, aber sie ist nur an Wochenenden für Besucher geöffnet. Kann man nix machen.

Daher ging es zurück Richtung Marbella und dann nach Mijas. Der Abend bei Oli4 (so schreibt Chrischi ihn in seinen Kontakten 🙂 ), Nieves und ihrer Tochter Blanca war sehr schön und sehr, sehr entspannt. Wir saßen bis kurz vor 2 Uhr und haben geratscht und lecker gegessen. Das Bett im Camper wurde kurzerhand getauscht gegen das Bett von Pablo, dem Sohn der gerade eine Ausbildung in Gelsenkirchen macht. Danke von dieser Stelle aus. Am nächsten Morgen kamen wir nur schwer aus den Federn – wir sind in den letzten Wochen eher mit dem Sonnenuntergang schlafen gegangen 🙂 Wir waren im Ortszentrum von Mijas gemeinsam frühstücken und dann ging es für uns weiter und für die anderen zur Arbeit.

Nieves hatte uns am Vorabend einen Kontakt zu ihrer Freundin Patricia in Granada vermittelt. Patricia macht Führungen durch die Alhambra und wurde uns warm ans Herz gelegt. Eine private Führung zu zweit ist etwas kostspieliger als eine in der Gruppe aber es hat sich jeder Cent gelohnt. Aber dazu gleich mehr. Zunächst sind wir von Mijas weiter gen Osten der Küste entlang gefahren. In Torrox haben wir einen Stellplatz auf einem exponierten Hügel gefunden. Hinter uns standen zwar eine Reihe Sende- und Strommasten aber der Blick vom Hügel gen Küste war eine Wucht. Die Fahrt über Stock und Stein auf das Plateau war aber leicht nervenaufreibend …. Es war der ruhigste Stellplatz der Reise. Wir haben dort noch gefrühstückt und uns dann langsam in Richtung Granada auf den Weg gemacht.

Zwischendurch waren wir noch mal baden. Die Wassertemperaturen waren doch recht frisch.

Für die Alhambra lohnte sich eigentlich ein eigener Blog-Eintrag. Da ich aber nicht weiß, wie unser WLAN-Status die nächste Tagen aussehen wird, wird dieser Eintrag einfach entsprechend länger.

Wir haben uns mit Patricia um 15 Uhr am Eingang getroffen. Sie hatte netterweise die Eintrittskarten bereits besorgt und wir mussten uns um nichts weiter kümmern.

Die Tour durch die Alhambra läßt sich in 4 Teile gliedern: (1) Die Festung, der älteste Teil der Alhambra, (2) die Medina, die Stadt (3) die Paläste der Nasriden, hier haben die Sultane und ihre Familien gewohnt und schließlich (4) der Sommerpalast Generalife. Letzterer liegt außerhalb der Mauern und ist über einen Gang mit der Alhambra verbunden.

Es haben 22 Generationen hier gelebt und über die Zeit die Alhambra weiter ausgebaut. Den Grundstein legte Mohammed I. im 13. Jahrhundert und erbaute die Festung. Damals haben die Spanier nach und nach die Mauren aus Spanien verdrängt und Granada und die Alhambra waren deren letzte Bastion. Yusuf I und Mohammed V haben die Alhambra am meisten weiterentwickelt. Der letzte Sultan, der am Ende gezwungen war zu kapitulieren, war Boabdil im Jahre 1492.

Nach der Kapitulation hat König Karl I ein Renaissance-Schloss auf dem Areal errichten lassen, im Laufe der Zeit wurde einiges an der Alhambra umgebaut. Glücklicherweise blieben aber die Paläste und die Mauern bestehen.

Patricia hat alles toll erklärt und hatte auf jede Frage eine Antwort. Ihr Einkommen ist durch die Pandemie stark gefährdet und ich drücke die Daumen, dass es im nächsten Jahr wieder normal weitergehen kann mit ihren Führungen.

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