Die Vorboten Afrikas

In Porto Covo, einem kleinen Fischerdorf an der Alentejo-Küste, haben wir uns die nächsten zwei Tage auf dem Campingplatz Parque de Campismo Costa do Vizir eingerichtet. Kurz vor dem Ort haben wir einen Stopp an der Steilküste eingelegt. Gleich gegenüber war ein Straußengehege. Viele Grüße schon mal an Namibia!!!

Es war Regen vorhergesagt und wir mussten unbedingt vorher Wäsche waschen. Wir haben einen Platz auf dem weitläufigem Areal in einem Pinienwald ausgesucht, Strom angeschlossen und dann glühten auch schon die Waschmaschinen-Trommeln. Ich bin übrigens sehr undemokratisch zum Chemie-WC-Entleerer gewählt worden.

Chrischi wollte seinen Fuß schonen und daher bin ich alleine losgestiefelt. Wir sind beide etwas traurig darüber, dass das Wandern dieses Mal ausfällt. Insbesondere dieser Teil der portugiesischen Küste lädt förmlich dazu ein. Südlich von Porto Covo beginnt der Trilho dos Pescadores (Fischerpfad), der 120 km immer am Atlantik entlang führt. Ich bin ihn nur wenige Kilometer gelaufen, da es auch immer mal wieder regnete und man bei Wind von der Küste gleich von allen Seiten nass wird.

Am Abend sollte es wieder Curry geben. Leider hat sich Chrischi beim Einkauf vertan und es gab nur kondensierte Kokosmilch. Es zeigte sich mal wieder, dass man aus Schei..e kein Gold machen kann. Das Resultat konnte man leider nicht essen – wir haben es wirklich versucht. Dann haben wir auf eine Schnitte Brot zurückgegriffen. Das Restaurant auf dem Campingplatz sah auch gut aus. Dort waren wir dann am Folgeabend. Chrischi hat eine halbe Kuh verputzt. Ich habe die Rote Beete Ravioli gewählt.

Schließlich ging es weiter die Küste hinunter. In Odeceixe haben wir Halt gemacht und spontan zu Mittag gegessen. Es gab Arroz „Meeresfrüchte“ – frisch zubereitet und sehr lecker.

Wir wollten an diesem Abend mal wieder wild stehen und haben die Küste verlassen und sind einige Kilometer ins Landesinnere gefahren und haben einen Abstecher in die Serra de Monchique gemacht. Sponan sind wir einem Schild zu einem See gefolgt. Es stellte sich jedoch heraus, dass es sich um einen Stausee handelte, der zu diesem Zeitpunkt so gut wie leer war. In der Nähe der Staumauer haben wir ein Plätzchen gefunden und dort die Nacht im Regen verbracht.

Nächstes Ziel war Sagres, das südwestlichste Dorf Europas. Alle Kulturen, die hier über die Jahrhunderte gesiedelt haben (u.a. Römer, Araber, Christen), haben dieses Fleckchen – quasi das Ende der bis dahin bekannten Welt – als magischen Ort angesehen. Wir haben die Befestigungsanlage „Fortaleza de Sagres“ besichtigt. Diese wurde im 15. Jahrhunder von Heinrich dem Seefahrer errichtet. Ebenso wie die Vilo do Infante, eine Seefahrerschule, die zu dieser Zeit einzigartig war und die renommiertesten Wissenschaftler und Seefahrexperten beschäftigte.

Wenn man aus Sagres Richtung Osten fährt, kommt man an einem Souvenirladen vorbei, der seine Keramik sehr dekorativ an seine Wände geschraubt hat.

In Salema haben wir auf dem Salema Eco Camp Surf & Nature übernachtet. Der Platz ist eigentlich sehr schön in Terrassen angelegt. An diesem Abend war es aber sehr voll und das ging uns auf die Nerven. Daher haben wir den Platz gleich am nächsten Morgen wieder verlassen. Eher zufällig waren wir dann in Burgau – das ist gleich der nächste Ort. Es gibt dort einen Mini-Hafen und einen kleinen Strand. Kurzentschlossen haben wir unsere Badesachen geschnappt und waren schwimmen. Das Wasser war ziemlich kalt aber es war trotzdem schön. Kurz darauf fing es wieder an zu regnen und wir sind weitergefahren.

Nach einem Abstecher in Carvoeiro – sehr touristisch – sind wir am Nachmittag nach Silves gefahren. Über Silves thront das Castelo Mouro, eine von den Mauren im 9. Jahrhundert gebaute Burg aus dunkelrotem Sandstein. Sowohl die Burg als auch die Kathedrale haben wir mit einem Besuch geehrt.

Übernachtet haben wir in Armacao de Pera auf einem Campingplatz. Der Platz ist echt häßlich – die sanitären Anlagen aber sauber.

Heute ist Mittwoch, der 3. November. Die Sonne ist wieder da und es geht wieder zurück nach Spanien. Andalusien ruft.

Ein Kommentar zu “Die Vorboten Afrikas

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