Der im letzten Beitrag erwähnte Stellplatz bei Mistras war super ruhig und wir haben dort eine gute Nacht verbracht. Es zog zwar ein Gewitter über uns hinweg aber ich bin ja jede Nacht ohnehin mit Ohrstöpsel ausgerüstet und habe nicht viel davon mitbekommen.

Nach Frühstück und Spülen sind wir dann zum Eingang zur Langadiotissa-Schlucht gefahren. Der war nur wenige Kilometer von unserem Stellplatz entfernt. Die Dauer der Tour war mit 3h angegeben. Gerade als wir einen Parkplatz gefunden hatten, fuhren 2 Polizeiautos an uns vorbei. Aber wieder einmal hat sich keiner für uns interessiert. Wir sind dann losgelaufen und die Schlucht war so schön wie beschrieben. An einigen Stellen war es etwas ausgesetzt. Gleich zu Beginn kommt man an einer Kapelle in einer Höhle vorbei. In der Schlucht sah man, dass auch in Griechenland Herbst/Winter ist. Hier wuchsen mehr Laubbäume und die hatten alle schöne, herbstlich verfärbte Blätter. Am Ende der Schlucht ging es auf der anderen Seite einen Forstweg wieder zurück – und wir kamen an unserem nächtlichen Stellplatz vorbei. Wir hätten gar keinen Meter fahren müssen 🙂 Wir sind so Orientierungsfüchse! Verlaufen haben wir uns aber dieses Mal nicht.









Es war dann früher Nachmittag und nach einer kurzen Besprechung sind wir auf den dritten Finger der Peloponnes gefahren: Parnon. Der Parnon ist ein ca. 100 km langer und 45 km breiter Gebirgszug. Wir sind die Westseite heruntergefahren und wollten eigentlich uns einen Stellplatz an der Küste suchen und den Sonnenuntergang genießen. Unser Park4Night App bot aber nicht viele Stellplätze an. In einem Ort hielt uns ein älterer Mann mit auffälliger Irokesen-Frisur an. Als wir das Fenster herunterließen rief er: „München Hauptbahnhof. Endstation. Bitte alle aussteigen!“ 🙂 Der Mann konnte gut Deutsch, war aber kein Fan vom Münchner Hauptbahnhof bei Nacht. Verständlich, da läuft schon sehr komischen Volk herum. Es war aber so windig an der Westküste, dass es uns zu ungemütlich wurde. Wir haben uns dann noch einmal auf den Weg gemacht, über den Gebirgszug gen Ostküste und Monemvasia. Irgendwo an der Straße, bereits mit Blick auf das Meer haben wir dann gehalten.

In der Nacht hat es erneut geregnet aber am Morgen war das Wetter wieder schön. Wir sind an die Südspitze des Parnon gefahren. Dort befindet sich ein ausgedehntes Naturschutzgebiet und ein „Geopark“. Wir hatten uns eine Tour zu einem alten Kloster direkt am Kap Maleas herausgesucht. Der Name des Klosters lautet Agia Irini – also wohl die heilige Irene :-). Es ging direkt an der Steilküste, zunächst einer „Staubstraße“ (so nennt es der Rother Wanderführer gerne) und schließlich einem kleinen Pfad entlang. Man musste schon schauen, wo man hintrat. Rechts ging es steil gen Meer hinab.





Das Kloster sei mittlerweile unbewohnt – hieß es im Wanderführer. Angekommen begrüßte uns jedoch eine junge Frau, die dort wohnt und im Auftrag der Kirche die Gebäude und den Grund dort im Schuß hält. Es gab zwei Kirchen, die ältere stammte aus dem 15. Jahrhundert. Was die Mönche wohl bewogen haben mag an diesem entlegenen Zipfel ein Kloster zur gründen? Ruhe zum Beten und Meditieren hatten sie auf jeden Fall.




Während wir unsere Pause machten, trafen wir auf eine weitere Wanderin: Steffi aus Lenggries. Steffi ist mit ihrem Camper allein auf den Peloponnes unterwegs. Sie arbeitet zu Hause in der Gastro in einer Hütte am Brauneck und ist in Kurzarbeit. Da hat sie sich Anfang November gedacht, nix wie weg und fährt derzeit auch die Halbinsel ab. Wir haben unsere Kontaktdaten ausgetauscht, vielleicht treffen wir sie ja noch einmal bis zur Abreise.
Am Wanderparkplatz lag der schon erwähnte Geopark. Es gibt hier einen versteinerten Wald, in diesem Fall sind noch versteinerte Baumstämme von Palmen zu sehen. Auf einer Infotafel wurde auf 3 weitere versteinerte Wälder auf der Erde verwiesen: Es gibt noch einen in England, in Bulgarien und in Australien! Den letzteren habe ich 2006 mit Heike gesehen. Der in Australien war auch ein wenig beeindruckender, es gab einfach mehr versteinerte Stämme. Laut Infotafel ist nicht bekannt, warum die Wälder überhaupt versteinern konnten.



Es war schon 16 Uhr und wir mussten los um einen Stellplatz noch im Hellen zu finden. Ein paar Kilometer vor Monemvasia haben wir einen Platz direkt am Strand gefunden. Ich muss zugeben, wir waren etwas erledigt und hatten keine Lust groß aufzukochen. So gab es Nudeln mit Pesto und wir lagen schon vor 8 in der Koje. Mit dem Sonnenaufgang bin ich kurz schwimmen gegangen – so langsam musste auch mal wieder eine Dusche her!

Monemvasia ist eine mittelalterliche Stadt, die auf einer Felseninsel liegt und wahrscheinlich lange dadurch einen Dornröschenschlaf hatte. Mittlerweile gibt es einen Damm vom Festland und es wurde ganz viel restauriert und der Ort ist nun eine Touristenattraktion. Auch die alten Stadttore sind erhalten und die sind so klein, dass kein Fahrzeug durchpasst. Die Straßen in Monemvasia sind auch nicht für Autos gemacht 🙂 Daher werden jegliche Güter mit Mulis oder Lasteneseln hinein- oder heraustransportiert. Wir sind ca. eine Stunde durch die alten Gassen gelaufen. Es gab nur ein paar Baustellen, ansonsten war alles zu. Normalerweise haben hier viele kleine Geschäfte und natürlich Tavernen auf aber im Dezember und erst recht mit Lockdown ist Monemvasia eine Geisterstadt – aber eine sehr beeindruckende.





