Noch am Tag der Wanderung zum Kloster Agia Irini hatten wir ein weiteres Airbnb auf dem „Daumen“ der Peloponnes gebucht. Wir gesagt, es musste langsam mal wieder eine Dusche her. Wir haben jedoch nach Preis und Ausstattung gebucht und nicht darauf geachtet, wie weit das Ferienhaus entfernt lag. Das hieß, nach unserem Besuch von Monemvasia am Morgen sind wir in das Auto gestiegen und 4h bis nach Kranidi gefahren.

Dort haben wir uns auf dem Parkplatz des kleinen Einkaufszentrums „Jumbo“ mit unserem Vermieter Lefteris getroffen. Lefteris ist 65 und spricht weder Deutsch noch Englisch. Wir unterhalten uns mit ihm über eine Sprach-App, was manchmal sehr lustig ist.

Der östliche Teil der Peloponnes, die Argolis, ist seit Jahrtausenden besiedelt. Kaum eine andere Region der Erde kann auf eine so lange kontinuierliche Geschichte zurückblicken.

Das Ferienhaus ist super süß und mit einem sehr gemütlichen Bett – nach wochenlangen Schlafen im Bulli eine Wohltat – und einem Kamin ausgestattet. Wer braucht Fernsehen wenn man einen Kamin hat? 🙂



Neben Lefteris ist auch Dali unser neuer Nachbar auf Zeit. Er ist sieben Monate alt und noch sehr verspielt.

Lefteris hat auf seinem Grundstück auch ein kleines Museum für Buchdruck. Er hat die Maschinen teilweise von seinem Vater übernommen, der eine Druckerei besaß, als auch selber erworben. Weiterhin malt er auch. Das Besondere an seinen Bildern ist, dass er sie mit Druckerfarbe malt, die wohl deutlich schwerer zu verarbeiten ist als Öl- oder Acrylfarbe. Er hat uns seine Schätze gezeigt und während der Besichtigung haben wir verabredet am nächsten Tag gemeinsam zu Grillen und er würde mit uns richtige, griechische Gyros-Pitas zubereiten.




Gesagt, getan. Wir haben auch Salate und Fleisch beigesteuert und am Ende hatten wir Essen für 10 Leute auf dem Tisch. Das Bier schmeckte an dem Nachmittag besonders gut und am Ende war Lefteris in Tanzlaune und zeigte uns die ersten Tanzschritte vom Sirtaki. Der Chrischi hat sich als besonders geschickt erwiesen: der neue Alexis Sorbas 🙂



Nach dem Festessen sind wir in Lefteris Auto gestiegen und er hat uns ein paar schöne Buchten in der Gegend gezeigt. Tatsächlich ist dieser Teil der Peloponnes von der Küstenlinie anders als die drei Finger und eine schöne Bucht folgt der nächsten. Diese Abgeschiedenheit und die Nähe zu Athen haben dazu geführt, dass hier der Grund und Boden am teuersten in ganz Griechenland ist. Wir sind bei unserer Rundfahrt an Anwesen vorbeigekommen, da waren die Mauern an der Straße mehrere Kilometer lang! Schließlich sind wir nach Porto Heli gekommen. Dort hat uns Lefteris auf einen Cappuccino und ein Stück griechisches Weihnachtsgebäck eingeladen und wir sind damit an eine weitere schöne Bucht gefahren und haben uns dort hingesetzt. Mittlerweile war es schon ganz dunkel. Dann ging es wieder nach Hause.

Am nächsten Morgen sind wir mit dem Bulli zu einer kleinen Wanderung in Nähe aufgebrochen: zur Franchthi-Höhle. An einer schönen Bucht ging es los. Das Besondere der Höhle sind die prähistorischen Funde, die dort bei Grabungen gemacht wurden. Es wurde u.a. ein Skelett eines ca. 25 jährigen Mannes gefunden. Das Skelett ist über 30.000 Jahre alt. Danach sind wir einfach ein wenig durch die Gegend gefahren. Aber leider macht unser Navi keinen Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Straßen und so fanden wir uns bald in einer Sackgasse wieder. Den Weg versperrte ein eindrucksvolles Tor mit Pförtner-Gebäude. Also ging es denselben Weg wieder zurück.






Am Abend gab es Rest vom Vortag am flackernden Kamin. Heute haben wir Lefteris zum Essen eingeladen. Da wir einen Backofen haben wird das ausgenutzt. Es gibt Lasagne und ich versuche mich an selbst gemachten Ciabatta. Während ich den Blog schreibe geht der Teig (hoffentlich …).