Mani – The Beautiful South

Die nächsten 3 Nächte haben wir uns in einem Airbnb in Varnvaka eingemietet. Das Wetter war schlecht vorhergesagt mit viel Regen und Gewitter und tatsächlich traf das auch zu. Unser kleines Ferienhaus lag am Berghang in einem kleinen Weiler (Dorf wäre schon zu übertrieben). Um Varnvaka herum gab es NICHTS. Die nächste Einkaufsmöglichkeit lag 20 km entfernt. Aber das machte ja nix, es regnete ohnehin und wir waren nur mal mit dem Auto unterwegs um unsere Lebensmittelvorräte aufzufrischen. Das Ferienhaus selber war ein alter Turm, der laut Beschreibung bei Airbnb früher als Waffenlager von Piraten genutzt wurde. Der Turm war sehr dunkel (im Sommer bestimmt dadurch angenehm kühl) und hatte zwei Ebenen. In der oberen Ebene war das Schlafzimmer – nur durch eine Stiege zu erreichen. Auf dem Turm selber gab es eine Dachterrasse mit super Blick. Wir haben sie aber nur einmal nutzen können.

Als wir ankamen war das Wetter noch schön und wir haben eine Ladung Wäsche gewaschen. Da die Waschmaschine keinen Strom hatte kam unsere Kabeltrommel zum Einsatz und das Kabel wurde über den Hof verlegt. Eine Wäscheleine und Glubberl haben wir auch im Sortiment, daher flatterte bald die nasse, saubere Wäsche im Wind. Ansonsten haben wir zwei Tage Netflix geschaut 🙂 Für 2 Tage war das auch in Ordnung. Mir kam der Gedanke, dass wir zu Hause in München wahrscheinlich 2 Monate nur Netflix geschaut hätten. Das wäre gruselig gewesen.

Am Samstag war das Wetter wieder viel besser und wir sind wieder in den Bulli gestiegen. Nicht weit vom Ferienhaus entfernt liegt das Kap Tigani. Wir haben eine kleine Wanderung auf die Landzunge gemacht. Früher stand hier mal eine Festung oder Burg. Jetzt sind nur noch ein paar Ruinen zu sehen. Ich konnte Chrischi gerade noch davon abhalten, in einer unzugänglichen Höhle nach einem Piratenschatz zu suchen und es ging auf dem selben Weg wieder retour.

Es war nun kurz nach Mittag und unser Weg führte uns südwärts. Ziel war das Kap Tenaro, einer der südlichsten Punkte des europäischen Festlandes (Gibraltar zählt nicht). Anscheinend liegen selbst Algier und Tunis nördlicher. Auf dem Weg dorthin hatten wir noch ein paar schöne Aussichten und kleine Stopps in Dörfern am Weg. Grundsätzlich ist die Landschaft sehr karg und es wohnt hier kein Mensch. Es gibt zwar einige Ferienhäuser aber die meisten waren unbewohnt.

In der Nähe vom Kap Tenaro lag unser Platz für die Nacht. Eine halbe Stunde nach unserer Ankunft kam ein weiterer Camper angefahren. Wir kamen sofort mit „Hannover“ ins Gespräch und schließlich haben wir Bier/Wein und Essen geteilt und gemeinsam gegessen. Man ist am abgelegensten Zipfel der Peloponnes aber Kontakt findet man hier immer. „Hannover“ hatte auch interessante Reisegeschichten zu erzählen. Am spannendsten fand ich jedoch den sehr persönlichen Bericht, dass die beiden ursprünglich aus Erfurt stammen und im November `89 in den Westen kamen – über die Prager Botschaft. Deutsche Geschichte live erzählt.

Am nächsten Morgen sind wir – sobald die Sonne über die Hügel schien – am kleinen Strand gleich bei unserem Stellplatz schwimmen gegangen. Dann haben wir den Rucksack mit Brot, Käse, Wurst und Wasser gepackt und sind zum Leuchtturm vom Kap Tenaro gelaufen. Laut Beschreibung sollte dieser unbemannt sein. Das ist aber – zumindest derzeit – nicht wahr. Wir haben den Leuchtturmwärter mit eigenen Augen gesehen. Während wir dort frühstückten öffnete er die Fensterläden vom Erdgeschoss und ging um den Turm. Das Gelände um den Turm ist Militärgebiet. Wahrscheinlich ist der arme Mann Soldat und muss immer sicherstellen, dass die Türken nicht zu nah kommen. Ein sehr einsames und sehr windiges Leben. Denn am Kap Tenaro zieht es wie Hechtsuppe.

Gleich bei unserem Stellplatz ist übrigens der Legende nach ein Eingang in den Hades. Die griechische Mythologie begegnet einem auf Schritt und Tritt. Meistens in Form des Bieres „Mythos“ aber auch durch die bekannten Städtenamen wie z.B. Sparta. Da sind wir heute durchgefahren, war aber unspektakulär. In Glythia, das früher Sparta als Hafen diente, gibt es eine kleine Halbinsel auf der sich Helena und Paris versteckt haben als sie gemeinsam getürmt sind. Auch Troja ist nicht wirklich weit weg und liegt in der heutigen Türkei, gleich nördlich von Lesbos.

Heute ist Nikolaus-Tag. Wir stehen ca. 10 km von Sparta bei Mistras in den Bergen. Unser Stellplatz ist eine „unnamed road“. Wir sind etwas weiter als der beschriebene Platz gefahren. Links der Schotterstraße geht es steil bergab – das wäre was für meine Mama. Da ein Wendemanöver für einige Zeit nicht möglich war, musste Chrischi die Strecke wieder rückwärts zurückfahren. Aber kein Problem, schließlich war er bei der Fahrschule Rebmann 🙂

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