Die Ölmühle von Finikounda

Mittlerweile hatten wir den ersten Regentag in Griechenland. An diesem grauen Tag ist „Regensburg“ abgereist und unsere Nachbargemeinschaft ist nun leider etwas kleiner geworden. Zum Abschied haben wir alle gemeinsam am Strand gegessen. „Regensburg“ hatten sich gewünscht, dass wir früh Essen (so gegen 16 Uhr), damit sie zeitig ins Bett kämen und am nächsten Tag fit wären. Es sollte am Morgen früh los gehen. Der Plan ging etwas nach hinten los. Wir haben zwar früh gegessen aber der Abend wurde durch den frühen Start eigentlich nur um so länger. „Regensburg“ sind am nächsten Morgen etwas derangiert ins Auto gestiegen 🙂 Wir haben an dem lustigen Abend gelernt, dass es bei der Paaranbahnung zwar risikoreich ist, die erste Textnachricht mit „Hi Du Ei“ zu starten (beispielsweise weil man im Suff den Namen der Angebeteten vergessen hat). Es muss aber nicht zwangsläufig das sofortige Aus der Beziehung bedeuten.

Im Laufe des Tages wurde das Wetter besser. Und am Abend fand unser Ausflug zur Ölmühle statt. Der Ausflug war einerseits interessant aber auch recht schräg.

Hier das Interessante: Die Olivenernte auf den Feldern um uns herum ist in vollem Gange. Es werden einfach die Äste mit den Oliven angeschnitten und auf unter den Bäumen ausgebreiteten Matten gesammelt. Die Äste werden dann bereits auf dem Feld mit einer Maschine von den Oliven getrennt. Die Oliven und noch viel daran hängende kleine Zweige und Laub werden in Säcke verpackt. Praktisch: die Bäume werden mit diesem Verfahren auch gleich in einem Abwasch zurückgeschnitten und tragen im nächsten Jahr wieder mehr Oliven (@Martin & Pia: theoretisch so wie bei Eurem Apfelbaum 🙂 )

Die Olivensäcke werden dann zur Ölmühle gebracht. In der Mühle wird streng darauf geachtet, die Oliven der unterschiedlichen Landwirte auseinanderzuhalten, damit jeder auch nur das Öl aus seinen eigenen Oliven erhält.

Der erste Schritt ist ist das maschinelle Trennen der Oliven von den Zweigen und Blättern. Dann werden die Oliven gewaschen. Im dritten Schritt kommen sie in die Mühle und werden erhitzt und zu Mus verarbeitet. Schließlich wird das Olivenmus in Flüssig- und Feststoffe getrennt. Die Maische wird in einer anderen Mühle weiterverarbeitet und es wird noch einmal Öl daraus gepresst. Dieses Öl ist aber minderwertiger und wird zum Backen oder Frittieren genommen. Unser gutes Olivenöl stammt aus der gewonnenen Flüssigkeit – die zu diesem Zeitpunkt noch ein Wasser/Öl-Gemisch ist. Im letzen Arbeitsschritt wird in einer Zentrifuge das Wasser vom Öl getrennt. Das Öl wird in Kanister abgefüllt. Fertig.

Schön zu hören war auch, dass die Überreste (nachdem das Bratenfett daraus gewonnen wurde), getrocknet und als Brennmaterial zum Heizen der Kessel in der Ölmühle verwendet werden. Somit wird die komplette Olive (inkl. Stein) verwertet.

Hier das Schräge: Wie im vorherigen Beitrag erwähnt, hat uns Tom mit zur Ölmühle genommen. Tom mag Frauen, soviel ist mal klar. Als Christian und ich zum verabredeten Zeitpunkt an die Rezeption kamen, schien er etwas enttäuscht, dass ich mit männlicher Begleitung erschien. Er schlug vor, wir sollten doch sein Motorrad nehmen um zur Mühle zu fahren. Auf meine entgeisterte Nachfrage: „zu Dritt?“, kam vom ihm nur: „No, no, only you. Your husband goes by bike.“. Von wegen. Chrischi und ich haben uns beide aufs Rad geschwungen und sind Tom auf seinem Motorrad gefolgt. Es war auch nicht weit. Während er gesamten Führung hat er nur zu mir gesprochen, als ob Chrischi gar nicht da wäre. Das war schon sehr irritierend. Nach der Führung schlug er vor, wir könnten ja noch einen Ouzo gemeinsam trinken. Wir hatten keine große Lust aber schließlich hatte er sich Zeit genommen und wir haben gute Manieren, daher willigten wir ein. Er bestand darauf, dass wir bei uns am Camper gemeinsam Ouzo trinken und etwas Essen. Und dann ging er einfach nicht mehr… Und am nächsten Abend kreuzte er gleich wieder auf und setzte sich ungefragt an unseren Tisch. Wenn das so weiter geht, dann ist ein ernstes Wort angebracht. Ich glaube, er ist einfach einsam…

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