Van Life Community

Unser Campingplatz ist gut gefüllt, hauptsächlich von deutschen Campern und auch häufig von denen, die sonst wild gecampt hätten und sich aber während des Lockdowns lieber einen offenen Campingplatz gesucht haben. Wir stehen zwischen „Bielefeld“ und „Berlin“. „Regensburg“ steht schräg gegenüber. Bis auf „Berlin“ teilen wir alle (und noch einige Bewohner mehr auf dem Campingplatz) das gleiche Schicksal: ein Sabbatical war geplant, alles vorbereitet und dann kam Corona. „Regensburg“ haben mit viel Mühe und Kosten einen Aufbau für ihren Pickup Truck selber gebaut und wollten mit dem Auto nach Südamerika und dort ein Jahr herumfahren. An alle Details wurde gedacht: vergrößerter Tank, ausgefeilte Bio-Toilette usw. Und dann wurde nichts daraus.

Die Berliner haben ihr Hobby zum Beruf gemacht und sind Reisejournalisten. Sie probieren beispielsweise Wandertouren aus und schreiben darüber ein Wanderbuch oder liefern den Text für Bildbände. Klingt nach einem tollen Job.

Die meisten Camper sind schon deutlich länger unterwegs als wir und haben bereits den Sommer in Griechenland verbracht. Und da jetzt hier die Tage kürzer und kälter werden, machen sich viele langsam auf den Rückweg nach Deutschland. Täglich reisen welche ab.

Noch sind wir jedoch nicht alleine und verbringen lustige Abende mit unseren neuen Nachbarn. Sandra (Bielefeld), Rosi (Regensburg) und ich haben uns zu einer kleinen Yoga / Bauch-Beine-Po-Gruppe zusammengefunden und haben schon 2x am Strand unsere Yogamatten ausgebreitet und uns vor den Augen aller anderen Camper ausgetobt. Zu dritt macht man das, alleine eher nicht 🙂

Vorgestern haben wir unser zweites Formular gezückt und haben Sport eingetragen. Dann haben wir uns auf unsere Fahrräder gesetzt und sind ein paar Kilometer aus Finikounda rausgefahren, an der Ölmühle vorbei, den Berg hoch zum nächsten Dorf. Und dann irgendwann wieder runter. Es ging schon recht steil hoch aber auch hier fahren die Touristen gerne E-Bikes. Nur wir sind noch mit reiner Muskelkraft unterwegs.

Die oben erwähnte Ölmühle werden wir uns morgen mit Tom anschauen. Tom ist Rentner (schätze ich) und arbeitet aber noch auf dem Campingplatz und auch in der Olivenöl-Produktion. Er will uns mitnehmen. Ich freue mich, so viele Ausflüge stehen die nächsten Wochen Lockdown-bedingt nicht an.

Heute waren wir mit Formular Nr. 1 (Shopping) in Finikounda zum Einkaufen. Wir waren bei einem der drei Metzger am Ort. Die Menge drei ist schon erwähnenswert. In einem Dorf mit ähnlicher Größe in Deutschland würde es nicht mehr einen Metzger geben. Wir haben für ein gemeinsames Essen mit unseren Nachbarn (Abschiedsessen für „Regensburg“) Lamm-Koteletts und Hühnchen-Spieße gekauft. Der Metzger nahm ein ganzes Lamm aus seinem Kühlhaus und hat es auf einer Holzbank mit einem Beil zerteilt. Frischer geht es nicht. 10 Koteletts und 4 Spieße für 15 Euro sind auch ein Hammerpreis. Das Lamm ist bereits mariniert und liegt im Kühlschrank. Dazu gibt es die leckeren grünen Bohnen in Tomatensauce von unserem Lieblingskoch Ottolenghi.

3 Kommentare zu „Van Life Community

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