Lockdown in Finikounda

Am 5. November, einen Tag vor dem griechischem Lockdown, sind wir gen Süden gefahren. Ziel war der Campingplatz Anemomilos in Finikounda. Unsere neuen Schweizer Freunde hatten vom Platz geschwärmt – ohne die klassischen Parzellen, mit einer super Bucht, 15 Minuten Laufdistanz zum Ort mit Supermarkt und vor allem etwas wärmer als im Norden der Peloponnes. Das klang doch super für 3 Wochen Lockdown.

Wir haben also unsere sieben Sachen gepackt und sind in der Frühe los. Zunächst einmal haben wir uns im Supermarkt mit dem Nötigsten eingedeckt (Klopapier, Alkohol – klingt doch vertraut nach Lockdown). Erstes Etappenziel unserer Fahrt war ein Bahnhof an einer stillgelegten Bahnstrecke bei Kaiafas. Im alten Bahnhofsgebäude sei ein Café und der Strand wäre toll, berichteten Romy und Peter. Das Café war leider bereits geschlossen und man hat in Vorbereitung auf die nächsten drei Wochen bereits aufgeräumt und die Bude winterfest gemacht. Wir haben dennoch dort gefrühstückt und den Strand und die schöne Landschaft genossen.

In Pylos kamen wir noch an einem Aquädukt aus dem 17. Jahrhundert vorbei. Und natürlich an tollen Ausblicken auf das Meer.

Den Campingplatz haben wir problemlos gefunden und durften uns gleich einen Platz aussuchen. Check-in bestand aus Personalausweis abgeben, mir einen (berechtigten) Spruch über mein Bild anhören und der Bitte, um 17 Uhr wieder an die Rezeption zu kommen, da wäre Kostas, der Chef, von der Olivenernte zurück. Hier wird nämlich gerade überall fleißig geerntet und Olivenöl gepresst.

Wir sind dann gleich nach Finikounda geradelt und haben uns das kleine Fischerdorf einmal angeschaut. Am nächsten Tag ging das ja nicht mehr so ohne weiteres. Am Hafen kann man den Fisch direkt vom Boot kaufen. Die Fischer bieten für die Camper einen extra Service an und fahren vor Einfahrt in den Hafen dicht am Campingplatz vorbei und tuten. Das ist der Hinweis, dass es frischen Fisch zu kaufen gibt. Dann setzt man sich schnell aufs Fahrrad und macht die Sache klar.

Unter den Campern war Gesprächsthema Nr. 1 natürlich der Lockdown. Nach und nach wurde klar: so schlimm wird es nicht. Es hieß man solle eine SMS an eine bestimmt Nummer schreiben, wenn man den Campingplatz verlassen will und eine Begründung angeben: 2 = Einkaufen, 6 = sportliche Betätigung. Mehr Begründungen benötigen wir hoffentlich nicht, Es gibt auch Arztbesuch, Beerdigung usw. Mit der SMS hat es aber nicht geklappt – es stellte sich heraus, dass geht nur mit griechischer Nummer. Für uns Urlauber gibt es jetzt ein handgeschriebenes Formular von Kostas. Er bittet darum, die Datum- und Uhrzeitfelder mehrmals zu nutzen (altes Datum durchstreichen, neues daneben schreiben). Machen wir gerne 🙂 Ansonsten kann man sich ja auf dem Campingplatz frei bewegen, schwimmen gehen, am Strand spazieren gehen … Lockdown-Light in München hatte uns weitaus weniger Freiheiten gegeben. Natürlich haben wir riesiges Glück mit dem Wetter. Bei 23 Grad ist alles super, wenn es regnen und stürmen würde, wäre es im Camper ziemlich schnell eng und langweilig. Zumal ich gestern unser iPad geschrottet habe und wir unsere heruntergeladenen Filme (für lange Nächte und Regentage) jetzt nicht mehr sehen können.

Am Abend waren wir noch einmal in Finikounda und haben in einer Taverne zu Abend gegessen.

3 Kommentare zu „Lockdown in Finikounda

  1. Hi Birte, ich habe auch mehrere Freunde, die große Finikounda-Fans sind. Muss ich mir irgendwann auch mal anschauen 🙂 Habt eine schöne Zeit und kommt gut in den Flow ohne Programm und Termine. Liebe Grüße aus der holzbeheizten Küche in Wesselstorf von Jette 🙂

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  2. Hallo Birte und Christian, wir werden euer Abenteuer verfolgen und wünschen euch ne tolle Zeit! Der Anfang ist gemacht und es sind tolle Eindrücke bisher! Genießt die Zeit und bleibt gesund !!!!😘

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