Transit nach Griechenland

Unsere Fahrt nach Brindisi war recht unspektakulär. Niemand hat sich für uns interessiert, obwohl wir weit und breit die einzigen Camper waren. Die ersten zwei Tage sind wir ausschließlich Landstraße gefahren und haben uns am frühen Abend ein Plätzchen zum Übernachten gesucht.

Am ersten Abend hatten wir uns einen Wander-Parkplatz in der Nähe von Rovereto ausgeguckt (mit Wasseranschluß). Irgendwann waren alle Spaziergänger weg und wir hatten unsere Ruhe und es gab die ersten Spaghetti unserer Reise. Das mit der Ruhe war dann aber schnell vorbei, da die Jugendlichen des Ortes den Parkplatz als Ausweichstreffpunkt erkoren haben. Irgendwann standen so etwa 15-20 Leute um unseren Camper herum. Chrischi meint, das letzte Auto ist um 4 Uhr in der Nacht abgefahren…. 🙂

Am zweiten Abend haben wir gleich südlich von Ancona übernachtet. Laut unserer Park4Night App sollte es einen ruhigen (!) Platz am Friedhof von Poggi geben. Dem war auch so. Wir hatten von unserem Hügel einen tollen Blick ins Tal mit einem super Sonnenuntergang und auf der anderen Seite Blick aufs Meer.

Nach einem Frühstück am Strand haben wir unsere einzige touristische Besichtigung in Italien gemacht und uns den Wallfahrtsort Loreto angeschaut. Man sah der Bastei schon an, das sie irgendwie wichtig war aber wir zwei Holzköpf hatten natürlich keine Ahnung warum. Tatsächlich haben wir es erst hinterher gelesen. Irgendwann im 13. Jahrhundert gab es anläßlich einer fürstlichen Hochzeit ein Heiligtum zum Geschenk: das Haus der Jungfrau Maria aus Nazareth. Kreuzfahrer haben das Haus in Palästina abgebaut, nach Italien verschifft und in Loreto wieder aufgebaut. Auch aktuelle Untersuchungen ergaben, dass die Steine nicht aus Italien stammen und dass sie exakt zur Grotte in Nazareth passen, wo das Haus ursprünglich einmal stand. Sachen gibt‘s.

Dann haben wir Strecke gemacht und sind bis Brindisi Autobahn gefahren. Da durfte auch ich mal ans Steuer 😉 Brindisi selber ist ein Loch – zumindest der Teil, den wir gesehen haben. Man sah der Stadt und vor allem den Straßen an, dass der Süden Italiens so gar nicht mit Geld gesegnet ist. Ursprünglich hatten wir vor, am Fährhafen-Terminal zu schlafen, haben es uns aber schnell anders überlegt: alles voller Müll und Scheiße. Richtig fies. Daher sind wir wieder ein paar Kilometer aus der Stadt heraus gefahren und standen am Ende in einem Olivenhain, sehr malerisch. Der letzte Kommentar in der Park4Night App war ein paar Monate alt, da wurden die Camper aber von einem bewaffneten Security-Typen verjagt. Die Vorstellung fand ich etwas unschön – aber uns ist das nicht passiert. Glücklicherweise.

Um 11:30 Uhr am nächsten Tag ging unsere Fähre nach Igoumenitsa, die schnellste und preiswerteste Überfahrt, die ich finden konnte. Neben einer Reihe von LKWs gab es drei Camper und ein Pärchen aus Erding auf Motorrädern. Das war‘s. Alle LKW-Fahrer hatten wohl Kabinen gebucht um sich aufs Ohr zu legen. Daher war das Gästedeck wie ausgestorben. Tipptopp in Zeiten von Corona.

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