Grenzgänger

Unser erster Stopp am nächsten Tag war der Strand von Capbreton auf dem ein paar alte deutsche Bunkerruinen (Küstenbatterie) aus dem 2. Weltkrieg stehen. Der Strand hat gute Wellen und somit hat sich auch gleich eine Surfschule angesiedelt. Wir waren am Samstag so gegen 10 Uhr Vormittags an der Bucht und das Treiben war schon recht rege. Den Tipp, hier mal zu halten, hatten wir von meinem Kollegen Jakub, der mit seiner Familie ein Jahr in Bayonne gewohnt hat. Wir standen leider mit dem Camper schlecht und konnten daher nicht sehr lange verweilen.

Danach ging es ins besagte Bayonne. Wir haben einen zentralen Parkplatz gefunden und haben uns gewundert, es war ganz schön was los in der Stadt. Zunächst sind wir zur Kathedrale (La Cathédrale Sainte-Marie, ein UNESCO Weltkulturerbe) gelaufen. Bauzeit vom 12ten bis 16th Jahrhundert. Der gotische Teil kam natürlich erst im 19. Jahrhundert dazu. Es fand gerade ein Gottesdienst statt, daher haben wir nur vom Eingang ein Foto gemacht.

Bayonne hat eine eine schöne Altstadt. Habe ich schon erwähnt, dass die Hölle los war? An Samstagen findet laut Veranstaltungskalender der Marché Montmatre statt, vielleicht war es das, so genau wissen wir das nicht. Jedenfalls waren in den Gassen Tische und Stühle eingedeckt und wir meinten mitzubekommen, dass alles ausreserviert war. Es wäre sehr verlockend gewesen, sich dazuzugesellen aber wir mussten ja noch Autofahren. Daher gab es für uns nur eine kleine Erdbeer-Tarte.

Nicht weit nach Bayonne haben wir die spanische Grenze passiert mit Ziel San Sebastian. Wir haben in der Park4Night App und in unserer neuesten Errungenschaft camping.app.eu (Danke, Svenni für den Tipp) nach Stellplätzen/Campingplätzen mit „ois“ gesucht. Wir mussten Duschen, Wäsche waschen, Grauwasser und Chemieklo entleeren – das volle Programm. Daher haben wir uns für den Campingplatz Camping Orio Kanpina entschieden. Dafür mussten wir zwar eine halbe Stunde weiter als San Sebastian fahren aber der Platz hatte gute Bewertungen – zu recht. Saubere und geräumige Waschräume und Duschen. Was will man mehr? Der Ort Orio ist allerdings keine Reise wert, Ort und Strand werden durch eine Autobahnhochbrücke getrennt. Die Geräusche der Autobahn hört man ständig – aber nicht laut. Der Strand bzw. die Promenade ist aber ganz schön und wir waren Zeuge vom hiesigen Tanzkurz am Samstag mit lateinamerikanischen Rhythmen. Chrischi hat es bereits in den Krücken gejuckt mitzumachen – ich konnte ihn gerade noch zurückhalten. 🙂

Eigentlich war der Plan am Abend Essen zu gehen aber das war nicht so einfach. Neben Fingerfood gab es an der Promenade nichts und daher haben wir dann doch auf den Klassiker Spaghetti/Pesto (wieder einmal) zurückgegriffen.

Am nächsten Morgen sind wir nach San Sebastian gefahren und können bestätigen: eine super schöne Stadt und definiv einen längeren Besuch wert. Der Weg ins Stadtzentrum führte zufälligerweise an der Punto Maria Christina vorbei, die den Fluss Urumea überquert. Das war schon mal imposant.

Geparkt haben wir in der Nähe einer der beiden Stadtstrände von San Sebastian. Die Bucht nennt sich Playa de la Concha (Muschelbucht). Nicht weit entfernt steht das Rathaus, was früher mal ein Casino beherbergt hat. Und auch das Kinderkarussell fehlte nicht, in Bayonne gab es auch eines.

Beim Schlendern durch die Stadt sind wir an der Basilika Santa Maria del Coro vorbeigekommen. Dort gab es gerade ein Konzert und wir konnten noch das wirklich schön vorgetragene „Hallelujah“ von Leonard Cohen genießen, dann war leider Pause.

Nicht weit von der Basilika entfernt war gerade ein Tisch frei in einem kleinen Fischrestaurant. Es gab super leckere Tapas, die im Baskenland Pintxos heißen, in der Auslage und wir konnten einfach nicht widerstehen 🙂 So ganz wissen wir immer noch nicht, was auf dem Tapa mit dem Ei alles drauf war. War aber sehr gut.

Dann sind wir über den „Platz der Verfassung“ gelaufen, der nur durch Torbögen erreichbar ist. Interessant fand ich, dass auf dem Platz früher Stierkämpfe stattfanden und die Bürger sich die Balkone mieten konnten, um sich das Spektakel anzuschauen. Wer in das Bild mit den Kolonnaden zoomt sieht die Nummerierung der Balkone. Wie im Theater …

Natürlich durfte auch die Kathedrale Buen Pastor nicht fehlen bei unserem kleinen Stadtspaziergang.

Fazit: San Sebastian hat uns sehr gefallen. O-Ton Chrischi: „San Sebastian ist keine solche Frauen-Stadt wie Sevilla, hier könnte ich auch mit Martin oder mit dem Achatz her“ – und das, liebe Freunde, das ist quasi gleichbedeutend mit einem Ritterschlag 🙂

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