Dahoam

Die Nacht am Strand von Messini verlief sehr ruhig. Sehr lange konnten wir jedoch nicht schlafen. Wir haben auf ein Frühstück zunächst verzichtet und sind dann bald losgefahren. Das Wetter war super und wir wollten zur Ochsenbauchbucht. Die Bucht, die wie der griechische Buchstabe Omega ausschaut, liegt etwas nördlich von Pylos und ist eine der schönsten Buchten der Gegend. Es gibt feinen Sandstrand und für Familien mit kleinen Kindern ist der Strand ideal, weil das Wasser sehr flach ist. An der Bucht angekommen haben wir zunächst einmal die Lage gecheckt und dann Tisch und Stühle aus dem Bus geholt und gefrühstückt. Die Eier waren noch am Kochen, da kam ein Polizeiauto vorbei. Neben uns standen dort noch 3 andere Camper. Alle schluckten ein wenig, denn das wilde Campen in Corona-Zeiten ist eigentlich nicht erlaubt. Die Polizei hat aber nur den Strand und die Dünen kontrolliert, den dort ist Campen aus Umweltschutzgründen strengstens verboten. Wir standen aber auf dem Parkplatz vor dem Strand und das war OK. Die Polizisten grüßten freundlich und fuhren wieder davon.

Nach dem Frühstück sind wir zum Strand gegangen und haben in der Bucht gebadet. Am 18. Dezember ist das eine besonders schöne Sache 🙂 Wir wollten auch an der Bucht übernachten aber am Nachmittag kamen noch weitere Camper an und der Platz wurde uns zu voll. Man muss es ja nicht übertreiben. Daher haben wir uns in den Bulli gesetzt und sind zurück nach Finikounda gefahren. Wir hatten am nächsten Tag dort eine Verabredung mit Lampi. Zunächst sind wir zu unserem alten Campingplatz gefahren, aber der hatte mittlerweile geschlossen. Wenige hundert Meter weiter, liegt der Campingplatz Thines. Dieser hat ganzjährig geöffnet. Wir haben dort einen Stellplatz bekommen. Der Platz ist unserer Meinung nicht so schön (kleine Parzellen, den Campingplatz und den Strand trennt eine Straße) aber zu normalen Zeiten gibt es auch ein Restaurant auf dem Platz. In Corona-Zeiten boten sie an zwei Abenden die Woche Take Away an. Das Angebot kam bei den Campern gut an.

Am nächsten Morgen sind wir zu Lampi gefahren. Wir hatten ihm angeboten bei seiner Olivenernte zu helfen und heute war Erntetag. Auf dem Weg dorthin haben wir beim Metzger unseres Vertrauens in Finikounda eine Lamm- und eine Ziegenkeule für Montagvormittag vorbestellt. Lampi hat sieben Olivenbäume auf seinem Grundstück. Neben uns halfen auch Dieter und zwei Griechen, Nikos und Vasillis. Lampi stellte Nikos als seinen Schwiegervater vor. Nikos und Vasillis waren die Chefs bei der Ernte und gaben die Anweisungen und den Takt vor. Es wurden zunächst große Netze unter den jeweiligen Bäumen ausgelegt. Dann ist Nikos mit einer Motorsäge in den Baum geklettert und hat die großen Äste abgesägt. Diese wurden dann zu einer Maschine geschleppt die zwei sich drehende Walzen hatte. Über die wurden die Äste gehalten und die Oliven wurden so von den Ästen geschüttelt. Kleinere Äste oder Oliven die noch am Baum hingen, wurden manuell mit Forken abgeschüttelt. In Summe konnte Lampi 20 Säcke Oliven ernten. Das war eine gute Ernte.

Vorher…
Nachher…

Wir waren kurz am Campingplatz Duschen und sind dann zurückgekehrt. Schließlich war Samstag und es kam Fußball. Am Sonntag haben wir uns ordentlich ausgeruht 🙂

Unsere Fähre von Patras nach Ancona war für den 22.12. gebucht. Wegen der verschärften Regeln und der Ansteckungsgefahr in Deutschland war klar, dass wir nicht mit unseren Familien feiern sondern die Feiertage in München verbringen würden. Die Peloponnes stehen nicht auf der Liste der Risikogebiete aber trotzdem wären wir zu viele Leute, wenn wir gemeinsam gefeiert hätten. Wir sind am 21.12. am Morgen aus Finikounda losgefahren und haben unser Fleisch abgeholt und noch einen Kaffee bei der netten Bäckerei im Ort getrunken. Lampi erzählte, dass unser Metzger zwischendurch von der Polizei verhaftet wurde. Ihm wird der Anbau und Handel mit Haschisch vorgeworfen. Daher war der immer so entspannt :-). Wir sind dann ganz gemütlich nach Patras gefahren, mit mehreren Stopps an Stränden. Wir haben uns auch Elia Beach angesehen. Das ist ein beliebter Ort für wildes Campen auf den Peloponnes. In Patras haben wir den Fähranleger gesucht und gefunden und sind dann wieder aus der Stadt herausgefahren um einen letzten Stellplatz zu suchen und ein letztes Mal im Camper zu kochen. Ein Auto hielt und der Fahrer gestikulierte, wir sollten zu ihm kommen. Ich dachte schon, er würde wollen, dass wir nicht hier stehen aber nein: er reichte uns frisch geernete Mandarinen aus dem Auto und schenkte sie uns. Ach, die netten Griechen!!!!

Am nächsten Tag haben wir in Patras noch mal eingekauft und waren dann schon kurz nach Mittag am Fähranleger und haben eingecheckt. Chrischi war noch mal beim Friseur und ansonsten haben wir die Zeit totgeschlagen bis wir auf die Fähre konnten. Am Fährhafen von Patras versuchen viele Flüchtlinge als blinde Passagiere mit auf die Fähren zu gelangen. Das traurige Spektakel passiert dort direkt vor den Augen aller. Die Polizei sucht mit Hunden nach den Männern, die versuchen sich in den LKWs zu verstecken. Ständig rennt irgendjemand vor der Polizei davon über den Parkplatz oder klettert über Zäune. Auch unser Camper wurde penibelst untersucht und kontrolliert, dass kein ungebetener Gast im Schrank oder oder unter dem Sitz sich versteckt hat.

Wir hatten auf der Fähre Cruise Olympia die Luxussuite gebucht: mit Doppelbett und eigenem Bad. Schließlich dauert die Fährüberfahrt 24 h und es war abzusehen, dass wir davon die meiste Zeit in der Kabine verbringen werden. Die Überfahrt war sehr ruhig, es waren in Summe vier PKWs auf dem Autodeck und natürlich noch ein paar LKWs. Das Schiff wirkte wie ausgestorben.

Ankunft in Ancona war am frühen Abend des 23. Dezember. Wir haben dann am Abend noch ein wenig Strecke gemacht und haben auf der Höhe von Trento auf einem Autobahnparkplatz übernachtet. Es war etwas frisch und da wir direkt neben der Autobahn standen auch echt ungemütlich. Um 5 Uhr hatten wir die Schnautze voll sind wir dann weitergefahren und waren um halb 9 bereits in München.

Das war es – Schluß die Maus – unser Urlaub ist jetzt erst einmal vorbei und wir melden uns ab. Hoffentlich geht es im Herbst wieder los und dann führe ich diesen Blog gerne weiter. Das Schreiben hat viel Spaß gemacht. Danke an die vielen Leser für Euer Interesse und für all die netten Kommentare!!!

Servus!

Ein Kommentar zu “Dahoam

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten