Einer meiner Vorsätze für die Reise lautete: jeden Tag ein wenig Bewegung. Das habe ich etwas schleifen lassen. Am Dienstag war das Wetter am Morgen jedoch so herrlich, dass mir keine Ausreden einfielen. So bin ich früh am Morgen die ganze Bucht abgelaufen. Das Licht der aufgehende Sonne war toll. Hier ein Grund, warum Bewegung angesagt ist. Grillen bei Lampi:

Wieder zurück kamen „Bern“ mit dem Vorschlag, Fisch am Hafen zu kaufen und am Abend gemeinsam zu grillen. Gesagt getan. Wir haben uns auf die Räder geschwungen und sind zum Hafen geradelt. In der Ferne sahen wir auch ein Fischerboot, was sich dem Hafen näherte. Das wollten wir abpassen. Das Boot war schon fast da als ein Mann, den Susanne kannte, auf sein Boot kletterte: der Bruder von Kostas. Er fischt auch nebenher. Da haben wir dann einfach ihm 4 kleine Doraden abgekauft. Ich befürchte, im Ionischen Meer hat kaum ein Fisch die Gelegenheit richtig groß zu werden…. Wir haben dann die Fische gemeinsam ausgenommen und eine Garnele gab es als Zugabe noch oben drauf. Quasi der Gruß aus der Küche.



Das Essen war auch das Abschiedsessen von „Bern“. Am nächsten Morgen haben sie ihren organgefarbenen Range Rover gepackt und sind in ein ca. 15 km entfertntes Bergdorf umgezogen. Ihre Schweizer Nachbarn haben dort ein Ferienhaus und „Bern“ können dort die nächsten Tage Haus-Sitting machen. Das bedeutet, sie sind nicht wirklich weg und wir werden uns definitiv noch einmal sehen.
Damit keiner denkt, wir liegen hier den ganzen Tag nur auf der faulen Haut, möchte ich kurz darauf hinweisen, dass auch hier täglich die Hausarbeit auf einen wartet. Kaffee kochen mit dem Campingkocher dauert auch eine Weile, da zunächst der Kaffee und dann die Milch heiß gemacht werden muss. Auch muss natürlich nach all den Festmahlen auch mal gespült werden. Aber unter diesen Bedingungen geht die Arbeit leicht von der Hand.


Wir sind seit dem 6. November auf diesem Campingplatz und haben einige Leute Kommen und Gehen sehen. Noch vor einer Woche haben wir uns gewundert, dass man es manch einen von diesem schönen Campingplatz weg wieder zurück nach Deutschland getrieben hat, ins graue Novemberwetter. Aber mittlerweile brauchen wir auch dringend eine Änderung. Natürlich wollen wir noch nicht zurück nach Deutschland aber nur hier auf dem Platz möchten wir auch nicht bleiben. Die griechische Regierung hat den Lockdown zunächst einmal bis zum 7. Dezember verlängert aber das ist uns jetzt egal. Wir haben beschlossen, uns am Sonntag auf den Weg zu machen. Als erstes werden wir „Bern“ im Bergdorf besuchen und dort das angesagte schlechte Wetter aussitzen. Und dann sehen wir uns die Halbinsel Peloponnes an und bleiben auch mal wild stehen. Es gibt aber auch noch weitere Campingplätze die geöffnet sind, da werden wir dann auch noch mal vorbeischauen, um mal zu duschen und Wäsche zu waschen.


Da wir nun entschieden haben uns weiter zu bewegen, haben wir gestern schon mal ein wenig Freiheit geschnuppert und einen Ausflug nach Messini unternommen. Der westliche Finger der Peloponnes, auf dem wir uns befinden, heißt Messinien und es gibt eine archäologische Ausgrabungsstätte der alten Hauptstadt Messini. Diese wurde 369 vor Christus gegründet. Von uns aus gesehen, war es ca. 1,5 h Fahrtzeit, mit einigen Fotopausen und dem Besuch eines Wochenmarktes auf dem Weg. Die Ausgrabungsstätte war natürlich geschlossen, wir haben ja Lockdown. Aber wir konnten vom nächsten Dorf, das auf dem Hügel oberhalb liegt, dennoch ein paar Fotos der Anlage machen. Es gibt ein Stadion, ein Theater, mehrere Tempel und diverse weitere Gebäude. Eine richtig große Anlage. Schade, dass wir nicht näher heran konnten.




Auf dem Rückweg sind wir an einem Schild „Wasserfall“ vorbeigefahren und haben spontan entschlossen, uns den mal anzuschauen.




Am Abend haben wir mit unseren neuen Nachbarn – auch aus Berlin – gegrillt und später haben wir ein kleines Lagerfeuer gemacht. Es wird nämlich schon ganz schon frisch wenn die Sonne untergeht. Die neuen „Berliner“ wollen in Griechenland überwintern und haben sich drei Jahre Zeit genommen. Sie möchten bis nach Südostasien fahren. In Berlin wurde die Wohnung aufgegeben und alles verkauft. Franzi arbeitet als Programmiererin und kann immer mal wieder was von unterwegs tun und Niko hilft aus wo er kann, z.B. Kostas bei der Olivenernte. Was Camping und große Reisen angeht, sind wir hier die blutigen Anfänger. Und dabei haben wir uns doch so verwegen gefühlt, als wir Deutschland vor vier Wochen verlassen haben und dachten, wir sind die größten Abenteurer der Welt. Von wegen 🙂
