Route du vin

Am Samstag ging es nun wirklich auf Tour. Wir haben Tiengen in Richtung Frankreich verlassen. Bei den Handys haben wir die Mobilen Daten deaktiviert – sicher ist sicher – wir kamen der Schweiz sehr nah und die ist nicht in der EU und daher kostet Roaming ein Vermögen. Wir haben im Navi (TomTom – ziemlich retro) Bordeaux eingegeben und wollten fahren, so lange wir Lust hatten.

Der erste Übernachtungsstopp war dann in Chalon-sur-Saone nach ca. 400 km Strecke. Wir standen direkt am Fluß, neben uns ein deutsches Paar aus dem Elsass. Man kommt wirklich immer ins Gespräch. Der Mann kam aus Waldshut und freute sich, jemanden aus Tiengen zu treffen. Ich bin noch mal kurz in den Supermarkt und Abends gab es ein Festschmaus: Spaghetti mit Bio-Pesto vom FoodHub. Chrischi hat dann auch irgendwann bemerkt, dass wir uns im Burgund befinden und fand nach kurzer Recherche heraus, dass Puligny-Montrachet nur eine knappe halbe Stunde entfernt lag. Dann gab es kein Halten mehr, der Plan für den nächsten Vormittag stand felsenfest.

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen haben wir den Plan in die Tat umgesetzt. Man sah dem kleinen Ort Puligny-Montrachet bereits an, dass hier die Geldigen unterwegs sind und ihre Kohle für die Grand Crus aus der Gegend ausgeben. Hübsche Sandstein-Villen mit akkuraten Gärten laden hier zur Weinverkostung und Kauf ein. Wir haben gleich eines der ersten Häuser angesteuert und hatten eine nette Somelière, die uns 5 Weine zur Verkostung brachte. Selbstverständlich haben wir auch Wein gekauft. Der Puligny-Montrachet, den wir jetzt im Camper durch Europa fahren, ist aber „nur“ ein Premier Cru aber – wie unsere Someliére uns erklärte – der Wein wird nur 15 METER vom Grand Cru Wein angebaut. Da konnte selbst Chrischi ein Auge zudrücken 😉

Dann ging es weiter die Route National gen Bordeaux. Es ging einige Kilometer an einem Flüßchen oder Kanal entlang mit etlichen Schleusen. Das Burgund ist meines Wissens auch für Hausboot-Ferien bekannt. An einer der Schleusen habe ich Chrischi eine neue Profi-Frisur verpasst. So langsam wirds: unten 3 mm, dann 6 und oben am Kopf 9 mm. Trés chic. Wir wollten bis ca. 16 Uhr fahren und dann einen Stellplatz suchen. Wir haben auch einen kostenfreien Platz gefunden – man hätte auch alles gehabt von Dusche bis Abwasserentsorgung. Von der Dusche habe ich aber nach kurzer Inspektions Abstand genommen, es war einfach zu dreckig. Aber hey – der Stellplatz war kostenlos, daher ist das keine Beschwerde. Ich hätte ja selber putzen können. Wir waren im einzigen Restaurant am Ort Pizza essen und waren wieder früh im Bett. Da die einzige Bäckerei am Ort Montags geschlossen hatte, sind wir zeitig aufgebrochen

Am Wochenende haben wir festgestellt, dass unser Kühlschrank nicht richtig funktioniert. Egal welche Kühlstufe man einstellt, alles friert durch. Daher haben wir nun Kontakt mit Roadsurfer aufgenommen um den Kühlschrank bestenfalls reparieren zu lassen. Der Service ist wirklich gut, man kümmert sich und ich hoffe, morgen gibt es eine Adresse in oder um Bordeaux zu der wir fahren können.

Heute machen wir Ahnenforschung light. Wir sind in den Ort Sauveterre-de-Guyenne gefahren. Chrischis Großvater väterlicherseits war Franzose und stammte aus dieser Gegend. Als Chrischi noch klein war, ist die ganze Familie hier auch schon mal zu Besuch gewesen. Der Kontakt schlief jedoch ein als der Grandpère gestorben ist. Wir sind durch den Ort gelaufen, alles geschlossen. Montags scheint in Frankreich nicht viel zu laufen. Wir haben dann doch noch einen Bauernhof gefunden, der der Familie zu gehören schien. Da es aber keine Wein-Verkostung oder ähnliches dort gab, sind wir nach kurzem Blick auf den Hof wieder gefahren.

Jetzt stehen wir nur wenige Kilometer weiter auf dem Weingut Grand Hommes in Blasimon. Die Übernachtung ist umsonst und heute Abend gibt es – na was ? – natürlich eine „Degustation“. Ich denke, wir werden es hier sehr nett haben.

Hello everybody! Here is the major speaking: Bertrand, der Winzer, war sehr, sehr nett und hat uns von seinen Weinen probieren lassen. Um Bordeaux werden hauptsächlich Merlot und Cabernet angebaut. Alle seine Weine sind wirklich gut. Herausgestochen hat aber sein „Saint Émilion“. Am nächsten Tag, nach dem Frühstück, konnten wir dann etwas in unseren Camper verladen. Langsam kommen wir uns vor, wie eine fahrende Weinhandlung… 🌈

2 Kommentare zu „Route du vin

  1. hi Birte, schön zu lesen, dass ihr endlich on the road seid. Oder besser: en route 🙂 Falls ihr auf dem Rückweg durch die Provence fahrt, kann ich das Städtchen l’isle sur la sorgue (östlich von Avignon) empfehlen. Auch ohne Antiquitätenmarkt gibt es hier viele Trödelgeschäfte. Und noch ein bisschen weiter östlich lockt Apt mit kleinen Gassen und einem tollen Wochenmarkt (na ja, zumindest war das 2004 so). Immer gute Fahrt und schöne Erlebnisse euch und liebe Grüße von Jette

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